03.03.2020, 12:06 Uhr

NABU sucht Mitstreiter für den Naturschutz in der Grafschaft

Menschen, die sich im NABU engagieren, wollen die Vielfalt von Lebensräumen und Lebewesen erhalten. Wer die Naturschützer unterstützen möchte, kann selber tätig werden. Für die kommenden Wochen kündigt der NABU eine Aktion zur Mitgliederwerbung an.

Bitten um Unterstützung: Gerd Busmann, 1. Vorsitzender des NABU Grafschaft Bentheim (mittlere Reihe, Vierter von rechts) und Regionalgeschäftsführerin Jutta Over (Dritte von rechts) mit dem Werbeteam.Foto: NABU

Bitten um Unterstützung: Gerd Busmann, 1. Vorsitzender des NABU Grafschaft Bentheim (mittlere Reihe, Vierter von rechts) und Regionalgeschäftsführerin Jutta Over (Dritte von rechts) mit dem Werbeteam.Foto: NABU

Meppen Der NABU Grafschaft Bentheim hat nach Angaben von Regionalgeschäftsführerin Jutta Over im neuen Jahr viel vor. Die Umweltbildung soll weiter ausgebaut werden und neue Artenschutzprojekte sind geplant. Ein gutes Beispiel für diese Ziele ist die Umweltstation Weiße Riete bei Schüttorf. Hier wurden Lebensräume für Eidechsen, für den Eisvogel, für Libellen und Wildbienen hergerichtet. Nun soll ein Grünes Klassenzimmer entstehen, in dem Kindergruppen und Schulklassen die Natur hautnah erfahren können. Auch das Veranstaltungsprogramm ist in diesem Jahr umfangreicher denn je, viele Exkursionen sind für Familien geeignet. „Unser Anliegen ist es, den Menschen die Natur nahezubringen – denn nur dann werden sie selbst im Alltag für den Naturschutz aktiv“, sagt NABU-Vorsitzender Gerd Busmann.

Der Einsatz für bedrohte Arten stand schon immer im Vordergrund der ehrenamtlichen Arbeit des NABU. In diesem Jahr soll in der Grafschaft ein Steinkauz-Projekt hinzukommen. Mit Spezialnistkästen möchten die Naturschützer der kleinsten heimischen Eule ein Zuhause anbieten. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Der Standort der Kästen darf nicht zu weit von einem bereits besetzten Steinkauzrevier entfernt sein und auch die Umgebung muss stimmen, damit die Käuze ausreichend Nahrung finden. Natürlich wird dabei eng mit Grundstücksbesitzern zusammengearbeitet, die bereit sind, solche Nisthilfen auf ihrem Gelände anbringen zu lassen. Dass Naturschutz nur mit den Menschen funktioniert, gilt auch für den Fledermausschutz. Die nächtlichen Jäger nehmen gerne Quartier auf Dachböden und in Rollladenkästen. Der NABU berät und bietet Hilfe beim Schutz solcher Quartiere.

Für die Betreuung der zahlreichen im Landkreis angebrachten Nistkästen suchen die Naturschützer jetzt weitere Helfer. Zudem sollen Mehlschwalben und Mauersegler verstärkt angesiedelt werden, hierfür wurden neue Nisthilfen erstellt und sollen nun ausgebracht werden. Auch die Arbeitsgruppe zur Erfassung von Schmetterlingen und Libellen könnte Verstärkung gebrauchen – gerade in Hinblick auf das Insektensterben ist ein ausreichendes Wissen über die Verbreitung dieser Tiere der erste wichtige Schritt, um zu helfen, so Regionalgeschäftsführerin Jutta Over. „Immer mehr Aufgaben und Anfragen – dafür braucht man mehr Aktive und auch die Kosten steigen. Daher werden in den kommenden Wochen junge Leute für den NABU von Haus zu Haus ziehen und Mitglieder werben“, kündigen die Naturschützer an. „Es handelt sich um Studenten oder Abiturienten, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für den gemeinnützigen Verein zu werben. Die Studenten sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Sie dürfen kein Bargeld annehmen.“

Aber es geht dabei nicht nur ums Geld: „Ebenso wichtig wie die Mitgliedsbeiträge ist die Mitgliederzahl, denn je mehr Menschen hinter uns stehen, desto stärker wird unserer Stimme als Anwalt für die Natur, etwa wenn es um immer mehr Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft geht“, so die Verantwortlichen abschließend.

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 05931 4099630.