24.03.2020, 11:09 Uhr

NABU: Keine Ansteckungsgefahr durch heimische Fledermäuse

Der Coronavirus wurde bei den 25 heimischen Arten nicht nachgewiesen. Der Naturschutzbund bittet deshalb Hausbesitzer, die Tiere weiter in den Häusern zu belassen, wenn sie sich dort ansiedeln.

Die heimischen Fledermausarten stehen nicht im Verdacht, das Coronavirus zu übertragen. Wer kranke oder verletzte Tiere findet, sollte trotzdem Handschuhe tragen, wenn er das Tier berührt. Foto: NABU

Die heimischen Fledermausarten stehen nicht im Verdacht, das Coronavirus zu übertragen. Wer kranke oder verletzte Tiere findet, sollte trotzdem Handschuhe tragen, wenn er das Tier berührt. Foto: NABU

Nordhorn Die Herkunft des aktuellen Corona-Virus (SARS-CoV-2), mit dem sich zuerst Personen auf einem Wildtiermarkt in China infiziert hatten, ist noch nicht abschließend geklärt. Trotzdem werden immer wieder allgemein „Fledermäuse“ als Übertragungswirt auf den Menschen genannt. Der Naturschutzbund (NABU) weist darauf hin, dass es weltweit mehr als 1400 Fledermausarten gibt und die 25 in Deutschland heimischen Arten kein Reservoir für Corona-Viren darstellen. Es besteht deshalb keine Ansteckungsgefahr für Menschen, wenn die Fledertiere ihre Sommerquartiere in Häusern beziehen.

Wenn jetzt die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, kehren die heimischen Fledermäuse aus ihren Winterquartieren in Höhlen, Stollen und Kellern zurück und beziehen ihre Sommerquartiere in Baumhöhlen oder Dachstühlen und Gebäudespalten. Beim NABU meldeten sich bereits besorgte und verunsicherte Hausbesitzer, die eine Übertragung des Corona-Virus durch Fledermäuse befürchteten. „Es besteht keine Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus, wenn Fledermäuse ein Haus als Quartier mitbenutzen,“ beruhigt Katja Hübner vom NABU-Regionalbüro Emsland / Grafschaft Bentheim. „Unsere 25 heimischen Fledermausarten sind andere Arten als die in China vorkommenden Fledertiere,“ erklärt die Naturschützerin. „Alle bisher beschriebenen Corona-Viren und auch SARS-CoV-2 konnten bei heimischen Arten noch nicht nachgewiesen werden.“ Der NABU appelliert deshalb an alle Hausbesitzer, die faszinierenden, gefährdeten und streng geschützten Arten weiter in ihr Haus zu lassen.

Ziehen Fledermäuse auf den Dachboden oder in ein Spaltenquartier am Haus kommt es in der Regel zu keinem direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier. Sollte aber doch einmal eine verletzte oder geschwächte Fledermaus gefunden werden, sind beim Umgang immer generelle Schutzmaßnahmen (insbesondere das Tragen von Handschuhen) erforderlich - schon deshalb, weil die verängstigten Tiere beißen können. Die Tiere sollten dann schnellstmöglich an einen Fledermausspezialisten übergeben werden, da für die artgerechte Versorgung Spezialkenntnisse erforderlich sind. Karin Schaad, Telefon 05931 17519 oder 0151 15902708, nimmt solche Tiere in Pflege und steht für Beratungen von Hausbesitzern zur Verfügung.

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