01.10.2021, 13:15 Uhr

NABU: Kein Grund zur Panik wegen Fledermaus-Tollwut

Dieses Tier kann nach Darstellung des Naturschutzbundes (NABU) nur durch einen Biss eine Ansteckung auslösen. Foto: Hübner

Dieses Tier kann nach Darstellung des Naturschutzbundes (NABU) nur durch einen Biss eine Ansteckung auslösen. Foto: Hübner

Grafschaft/Emsland Vor dem Hintergrund von aktuellen Pressemeldungen, dass in den USA ein Mann an Fledermaus-Tollwut gestorben ist, erklärt der Naturschutzbund (NABU), dass Panik wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr durch heimische Fledermäuse unbegründet ist.

„Tatsächlich kann Tollwut bei unseren heimischen Fledermäusen, insbesondere bei Breitflügelfledermäusen, auch vorkommen,“ erklärt Katja Hübner vom NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim. „Die Krankheit wird durch verschiedene Lyssaviren hervorgerufen. Übermäßige Angst braucht man trotzdem nicht zu haben, denn die Krankheit kann nur durch einen Biss übertragen werden. Völlig ungefährlich ist es deshalb, wenn Tiere über einen hinwegfliegen, sich im Winterschlaf befinden, ein Quartier im oder am Haus ist oder Kotkrümel herumliegen,“ so die Naturschützerin. Vorsicht sei allerdings im direkten Kontakt mit den Tieren geboten. Verletzte oder entkräftete Tiere, die gefunden werden, sollten deshalb nur mit dicken Handschuhen oder Tüchern angefasst werden – auch schon allein deswegen, weil die Tiere aus Angst beißen könnten. Personen, die regelmäßig beruflich oder ehrenamtlich mit Fledermäusen umgehen, sollten sich vorsorglich impfen lassen. Wird trotz aller Vorsicht jemand gebissen, muss die Wunde gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Dann ist auch nachträglich eine Impfung möglich.

Der NABU appelliert an alle Hausbesitzer mit Fledermausquartieren, sich durch den Todesfall in den USA, bei dem der Mann Presseangaben zufolge eine nachträgliche Impfung ausdrücklich ablehnte, nicht verunsichern zu lassen, sondern den faszinierenden, gefährdeten und streng geschützten Tieren weiter Unterschlupf zu gewähren. Verletzte oder geschwächte Tiere sollten dagegen schnellstmöglich an einen Fledermausspezialisten übergeben werden, da für die artgerechte Versorgung Spezialkenntnisse erforderlich sind.

Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim nimmt Karin Schaad, Telefon 05931-17519 oder mobil unter 0151 15902708, solche Tiere in Pflege und steht für Beratungen von Hausbesitzern zur Verfügung.

Ems-Vechte