02.06.2022, 09:35 Uhr

NABU-Insektensommer: Hummeln am Hintern erkennen

Eine Erdhummel - nur einer der verschiedenen Hummel-Arten, die in Deutschland vorkommen. Foto: Kathy Büscher

© Kathy Büscher, NABU Rinteln

Eine Erdhummel - nur einer der verschiedenen Hummel-Arten, die in Deutschland vorkommen. Foto: Kathy Büscher

Grafschaft Es krabbelt, summt und brummt in den Gärten und passend dazu heißt es vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August wieder Sechsbeiner zu beobachten und zu zählen. Beim NABU-Insektensommer sind Interessierte aufgerufen, eine Stunde lang „an einem schönen Platz mit Blick in die Natur“ wichtige Daten für die Artenvielfalt zu sammeln. Die Mitmachaktion findet bereits zum fünften Mal deutschlandweit statt.

„Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund“, heißt es in einer Pressemitteilung des NABU. „Dabei sind sie unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie unter anderem zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei.“ Mit der Aktion wolle der NABU für den Schutz dieser wichtigen Tiergruppe sensibilisieren, erklärt Hanna Clara Wiegmann vom NABU Emsland/ Grafschaft Bentheim.

Hummeln im Fokus

In diesem Jahr stehen Hummeln im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel sind die häufigsten Arten, die hier vorkommen. Und jede hat ihr ganz eigenes Muster auf dem Hinterteil, mit dem sie auseinandergehalten werden können.

Insgesamt können bei der Aktion jedoch alle gesichteten Insekten gezählt und gemeldet werden. Jetzt im Frühsommer soll dabei insbesondere auf in Deutschland häufig vorkommende Arten geachtet werden: Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und Admiral. „Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem NABU-Insektentrainer unterscheiden lernen“, so Hanna Clara Wiegmann. Und wenn man sich bei der Art nicht sicher ist, kann auch einfach die Gruppe von Insekten angegeben werden, zum Beispiel Schmetterling oder Käfer – hier hilft der Bestimmungsschlüssel im Insektentrainer auch weiter.

„Ein warmer, trockener und windstiller Tag ist zum Insektenzählen am besten geeignet“, ergänzt Wiegmann. „Eine Erkundungstour in die Insektenwelt ist schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe auf dem Balkon.“

So funktioniert der Insektensommer

Das Beobachtungsgebiet -Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss - soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder über die kostenlose Web-App „NABU-Insektensommer“. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform Naturgucker erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf der Internetseite des NABU veröffentlicht.