05.11.2020, 09:41 Uhr

NABU: Igelstation in Meppen rettet 30 Jungtieren das Leben

Mehr als 80 Prozent der Igelbabys in der Igelstation konnten in diesem Jahr aufgepäppelt werden.Foto: Hanna Clara Wiegmann

Mehr als 80 Prozent der Igelbabys in der Igelstation konnten in diesem Jahr aufgepäppelt werden.Foto: Hanna Clara Wiegmann

Meppen In der Igelstation des Naturschutzbundes (NABU) in Meppen pflegt Leiterin Rita Gölnitz kranke, verletzte, untergewichtige und mutterlose Igel so lange, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Dieses Jahr wurden mehr als 35 Jungtiere bei ihr abgegeben, gut 30 der Igelbabys konnten gerettet werden. „Igel sind Wildtiere und können in der Natur gut überleben. Doch im Laufe der Zeit sind immer wieder neue Gefahren für die Igel dazugekommen. Dazu gehören beispielsweise der Straßenverkehr, nachts fahrende Mähroboter und der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln“, erzählt Gölnitz und ergänzt: „Aber auch Parasiten wie Igelflöhe und Krankheiten machen den Igeln zu schaffen.“

Besonders häufig werden Gölnitz zufolge Jungtiere abgegeben. „Ihre Mütter wurden in den meisten Fällen entweder überfahren oder sind zu krank und geschwächt. Einige der kleinen Igel haben bei der Aufnahme ein Gewicht von weniger als 100 Gramm. In diesem Jahr ist auffällig, dass fast ausschließlich männliche Igeljunge gefunden wurden“, führt die Tierschützerin aus.

Herbst ist Igelzeit

Wenn die Nächte kälter werden, gehen die Tiere in den Winterschlaf. „Um diese Zeit zu überstehen, sollten sie mindestens 500 Gramm wiegen. Untergewichtigen Tieren kann man helfen, indem man ihnen Katzenfutter und Wasser anbietet“, empfiehlt die Leiterin der Igelstation. Wichtig sei es, auf die Hygiene an der Futterstelle zu achten.

„Bei auffälligen Tieren sollten Tierfreunde nicht zögern und mich unter Telefon 05931 14530 kontaktieren“, wünscht sich Gölnitz. Außerdem sucht die leidenschaftliche Igelliebhaberin immer Menschen mit igelfreundlichen Gärten, die bereit sind, aufgepäppelte Tiere aufzunehmen. „Dann müssen die Igel abends angefüttert werden, bis sie mit dem Winterschlaf beginnen“, sagt Gölnitz und erklärt, wo sich ein Igel wohlfühlt: „Ein igelfreundlicher Garten bedeutet, dass keine giftigen Chemikalien eingesetzt werden und Möglichkeiten zum Überwintern bestehen. Niemand sieht es, wenn hinter den Büschen Laub- und Reisighaufen für den Igel liegen gelassen werden, aber sie helfen den Igeln sehr.“