24.01.2022, 14:15 Uhr

NABU-Fledermauspflegestation zieht Jahresbilanz

Kleine Bartfledermaus beim Wiegen. Foto: Hübner

Kleine Bartfledermaus beim Wiegen. Foto: Hübner

Grafschaft/Emsland Die NABU Fledermauspflegestation in Meppen unter der Leitung von Karin Schaad verzeichnet 2021 ein Rekordjahr, in dem bislang die meisten Fledermäuse abgegeben wurden.

Insgesamt 53 Findlinge wurden versorgt, die hilflos, verletzt, geschwächt oder erkrankt waren. Darunter befanden sich unterschiedliche Fledermausarten. Am häufigsten waren die Zwergfledermäuse, gefolgt von dem Braunen Langohr und der Breitflügelfledermaus. Außerdem gab es eine geringe Anzahl von Rauhaut- und Kleinen Bartfledermäusen und jeweils einen Großen Abendsegler und eine Brandt-, Wasser- und Teichfledermaus. Etwa 75 Prozent der Tiere waren erwachsen. Bei dem Rest handelte es sich um Säuglinge oder Jungtiere. Diese waren besonders pflegeaufwendig. „Über die Hälfte der Fledermäuse konnten wir glücklicherweise wieder auswildern“, freut sich Karin Schaad, Leiterin der Fledermauspflegestation. „Momentan haben wir nur noch zwei Fledermäuse, die unter kontrollierten Bedingungen Winterschlaf halten. Die werden nach dem Winter ausgewildert.“

Auffällig ist, dass bereits vor dem 1. April eine hohe Anzahl an Fundtieren bei der Station abgegeben wurde. „Daher ist es wünschenswert und notwendig, dass Fledermauskartierungen für Bauvorhaben nicht erst ab April beginnen, sondern schon früher starten“, fordert Katja Hübner vom NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim. „Denn wir sehen, dass Fledermäuse auch schon in der Zeit davor aktiv sind. Und das wird durch den Klimawandel mit den milderen Wintern sicher noch zunehmen.“

Wer eine verletzte Fledermaus findet, sollte sich schnellstmöglich an den Fledermausnotruf unter der Telefonnummer 0151 15902708 wenden.