24.09.2019, 09:00 Uhr

NABU bringt Nistkästen an der Dinkel in Neuenhaus an

Auf einer Dinkelauenfläche bei Neuenhaus haben der Naturschutzbund (NABU) Grafschaft Bentheim und der gemeinnützige Verein Walden Hof e.V. Nistkästen als Teil eines Naturschutzprojektes aufgehängt.

Unterschiedliche Nistkästen für: 1. Meisen, 2. Nischenbrüter (zum Beispiel Bachstelze, Grauschnäpper) 3. Halbhöhlenbrüter (zum Beispiel Rotkehlchen, Zaunkönig), 4. großer Fledermauskasten, 5. Spatzenkolonie, 6. kleiner Fledermauskasten (von oben links, im Uhrzeigersinn). Foto: Wibke Wiegand

Unterschiedliche Nistkästen für: 1. Meisen, 2. Nischenbrüter (zum Beispiel Bachstelze, Grauschnäpper) 3. Halbhöhlenbrüter (zum Beispiel Rotkehlchen, Zaunkönig), 4. großer Fledermauskasten, 5. Spatzenkolonie, 6. kleiner Fledermauskasten (von oben links, im Uhrzeigersinn). Foto: Wibke Wiegand

„Wir haben Nistkästen für Fledermäuse, Nischenbrüter, Blaumeisen, Kohlmeisen, Baumläufer, Kleiber und Stare angebracht“, sagt Holger Hüsemann vom NABU Grafschaft Bentheim. „Jede Vogelart benötigt eine andere Sorte von Nistkasten – mit unterschiedlichen Öffnungen und Nistmöglichkeiten.“ Bernd Busmann vom NABU, der die Nistkästen betreut, betont auch, dass die Kästen jährlich gereinigt werden sollten. „Am besten im Spätsommer oder Herbst, die Nistkästen mit einem Handbesen gründlich ausfegen, damit die Vögel im nächsten Jahr frisches Nistmaterial sammeln können.“

Holger Hüsemann fügt hinzu „Die naturnahe Gestaltung der Fläche an der Dinkel bietet der heimischen Tier- und Pflanzenwelt einen wichtigen Lebensraum. Vielfältige Bäume und Sträucher, ein kleiner Teich wie auch verschiedene Grün- und Wiesenflächen sind Lebensraum vieler Insekten- und Vogelarten. Ein wichtiger Schwerpunkt für den NABU ist die Unterstützung der heimischen Fledermäuse. Es gibt in Deutschland 20 regelmäßig vorkommende Fledermausarten und wir hoffen ihnen mit unseren Nistkästen helfen zu können. Wir würden uns auch freuen, wenn viele private Haus- und Gartenbesitzer Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse aufhängen.“ Außerdem ist ein gemeinsames Naturschutzprojekt mit NABU und BUND auf der Auenfläche geplant, um Nistmöglichkeiten für Uferschwalben zu schaffen.

Eine bereits vorhandene Steilwand soll erweitert werden, um den Uferschwalben an der Dinkel die Möglichkeit zu geben, ihre Nistkammern in die Sand-Steilwand zu bauen. Auf der Auenfläche an der Dinkel sollen auch mit der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) noch weitere Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen umgesetzt werden: Einige der Weiden sollen zu Kopfweiden zurückgeschnitten werden, damit Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten entstehen sowie ein Bereich, der die vorhandenen Wildkräuter fördert, die für diesen Standort typischen sind. „Auf der Fläche gibt es Arten wie zum Beispiel die Flockenblume, das Labkraut, die Heidenelke und andere Kräuter, die sonnenexponierte, magere Böden bevorzugen“, sagt Walter Oppel vom BUND. „Durch eine extensive Nutzung des Grünlandes kann langfristig eine weitere Ausmagerung der Fläche erreicht werden. Vielfalt braucht magere Böden.“ Mit extensiver Nutzung ist eine besonders schonende Art der Bewirtschaftung gemeint. Viele Menschen denken bei extensiver Nutzung an eine Rückkehr von der modernen industriellen Hochleistungsagrarwirtschaft zur traditionellen Landwirtschaft, aber die extensive Nutzung geht noch weit darüber hinaus.

„Bereits die traditionelle Landwirtschaft ist eine Bewirtschaftung, welche die Natur stark beansprucht“ sagt Walter Oppel vom BUND. „In der extensiven Landwirtschaft werden große Flächen für wenige Tiere benötigt und es wird auf jegliche Düngung verzichtet. So kommt es zu einem Nebeneinander von Landwirtschaft und Natur, bei dem die Wildpflanzen und Wildtiere auch eine Chance haben und ausreichend Lebensräume finden.“ Die Fläche an der Dinkel wird vom Walden Hof e.V. mit einer kleinen Herde von Weißen Gehörnten Heidschnucken beweidet. Wibke Wiegand vom Walden Hof e.V. erklärt „Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist eine Schafrasse, die vom Aussterben gefährdet ist und die auf der Roten Liste steht. Derzeit gibt es deutschlandweit nur noch einen Bestand von circa 1800 Schafen.“

Die Schafe sind genügsam und sind besonders gut für die Beweidung von Moor- und Heideflächen geeignet. Die Samtgemeinde Neuenhaus begrüßt die extensive Nutzung der Fläche und die darauf geplanten Naturschutzprojekte. Stadtdirektor Oldekamp sagt „Die Fläche ist Teil des Hochwasserschutzgebietes der Stadt Neuenhaus und dient als Retentionsfläche, die Wassermassen auffangen kann, falls Dinkel und Vechte Hochwasser führen. Die Stadt Neuenhaus freut sich über die Aufwertung der Fläche durch Naturschutzmaßnahmen und unterstützt NABU, BUND und den Walden Hof e.V., indem die Fläche kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wichtig ist uns auch, dass weder Dünger noch Pestizide auf den Flächen entlang der Dinkel eingesetzt werden, um Einträge in den Fluss zu verhindern.“