12.03.2021, 12:55 Uhr

NABU: Baum- und Heckenschnitte zur Brutzeit tabu

Zum Schutz der Vögel unterliegen Baum- und Heckenschnitte zur Brutzeit besonderen Beschränkungen. Das Bild zeigt einen Buntspecht mit Nachwuchs. Foto: Nerger

Zum Schutz der Vögel unterliegen Baum- und Heckenschnitte zur Brutzeit besonderen Beschränkungen. Das Bild zeigt einen Buntspecht mit Nachwuchs. Foto: Nerger

Grafschaft/Meppen Baumfällungen und Heckenschnitte sind vom 1. März bis 30. September im öffentlichen Raum nicht erlaubt. Darüber informiert der Naturschutzbund (NABU) Emsland/Grafschaft Bentheim und nennt als Grund für das Verbot die Nist- und Brutzeit der Vögel, die laut Bundesnaturschutzgesetz am 1. März beginnt.

Pflegeschnitte erlaubt

„Form und Pflegeschnitte, die lediglich den jährlichen Zuwachs entfernen, bilden eine Ausnahme und sind auch während dieser Zeit gestattet“, sagt Hanna Clara Wiegmann aus der NABU-Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim und rät: „Wer hinsichtlich der Rechtslage unsicher ist, fragt am besten bei der Stadtverwaltung nach.“ Wer jedoch etwas für den Natur- und Artenschutz tun möchte, sollte Wiegmann zufolge die Pflegeschnitte möglichst nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni durchführen. „Denn Bäume, Hecken und Gebüsche bieten vielen Tieren ein sicheres Zuhause und zusätzlich eine gute Versteckmöglichkeit vor Greifvögeln, die das Nest unter Ästen nicht so leicht erkennen“, erklärt die Naturschützerin.

Besonderer Schutz für Fledermäuse

„Hat ein Baum zum Beispiel Höhlen, wohnen darin häufig Fledermäuse, Vögel oder andere Tiere. Was viele nicht wissen: Einen etwa von Fledermäusen bewohnten Baum darf man zu keiner Jahreszeit einfach so fällen“, führt Wiegmann aus. Denn Fortpflanzungs- und Ruhestätten besonders geschützter Arten seien, genau wie die Lebewesen selbst, geschützt. „Das heißt, dass zum Beispiel Baumhöhlen mit Fledermausquartieren nicht zerstört werden dürfen. Sollen Bäume mit solchen potenziellen Quartieren gefällt werden, müssen Fachleute vorher festgestellt haben, dass diese nicht bewohnt sind“, erläutert Wiegmann. Sie weiß: „Die Artenschutz-Bestimmungen des Naturschutzgesetzes gelten nicht nur für die freie Landschaft, sondern auch für Gärten und andere Grünflächen in Dörfern und Städten.“

„Vorsicht walten lassen“

Besonderes Augenmerk gelte auch bei Bäumen oder Hecken mit Vogelnestern. „Denn alle europäischen Vogelarten zählen zu den besonders geschützten Arten“, sagt die Regionalgeschäftsführerin. Das Bundesnaturschutzgesetz verbiete es, deren Fortpflanzungs- oder Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen oder zu beschädigen. „Deshalb sollte man bei der Hecken- und Baumpflege insbesondere auf Vogelnester achten und größte Vorsicht walten lassen“, appelliert Wiegmann abschließend.