07.02.2020, 17:20 Uhr

Musik für Weltbürger im Pumpenhaus Münster

Im Theater Pumpenhaus Münster steht am 16. Februar in der Reihe Klanglandschaften einmal mehr das westafrikanische Mali im Fokus. Dargeboten wird die Show, die musikalische Tradition und Moderne verschmilzt, vom international tourenden BKO-Quintett.

Das multiethnische Projekt steht auch für eine Friedensutopie Foto: Guillaume Dussably

Das multiethnische Projekt steht auch für eine Friedensutopie Foto: Guillaume Dussably

Münster Mali galt lange als armer, aber friedlicher Musterstaat im Westen Afrikas. Das hat sich mit der Besetzung des Nordens durch Islamisten und dadurch angefachte Konflikte zwischen den rund 80 verschiedenen Ethnien des Landes grundlegend geändert. Obschon das Leben in der Hauptstadt Bamako seinen gewohnten Gang geht, bleibt die Angst vor Terror gegenwärtig, die Wirtschaft leidet unter dem Ausbleiben von Touristen.

Umso größere Bedeutung kommt einem richtungsweisenden Projekt wie BKO zu (benannt nach dem Flughafencode Bamakos). Fünf Musiker mit verschiedenen Backgrounds, aus verschiedenen Regionen Malis haben sich in dieser Gruppe zusammengeschlossen, um die mannigfaltigen musikalischen Traditionen und Einflüsse ihrer Heimat in einem gegenwärtigen, harten, polyrhythmischen und hochgradig tanzbaren Sound aufgehen zu lassen.

Nach dem Klanglandschaften-Auftritt des malischen Blues-Genies Bassekou Kouyaté und seiner Band Ngoni Ba beweisen nun BKO, welche Kraft Instrumenten wie der Ngoni (der malischen Laute), der Trommel Djembé oder dem Banjo-Vorläufer Djelingoni innewohnt. Die fünf Musiker überführen das Volkstümliche dabei in einen experimentierfreudigen Mix aus Afrobeat, Highlife, Rock, der seinen urbanen Ursprung nie verleugnet. „BKO are immensely rough and tough“, schwärmte der Rolling Stone über die Band.

Auf ihren CDs – „Bamako Today“ und „Mali Foli Coura“ –, mit denen sie schon erfolgreich durch Europa, Kanada und Japan getourt sind, verhandeln BKO dabei die verschiedensten Themen: es geht um Politisches oder Umweltfragen, aber auch um Liebe und die Kunst der Hexerei. Die zentrale Botschaft – ein friedliches Miteinander ist möglich – löst die Gruppe allein durch ihre Existenz ein.