22.01.2021, 13:44 Uhr

Mitstreiter für Anne-Frank-Ausstellung in Nordhorn gesucht

Als sogenannte „Peer Guides“ begleiten Jugendliche ihre Altersgenossen beim Besuch der Anne-Frank-Ausstellung. Foto: Klötzer/Anne Frank Zentrum

Als sogenannte „Peer Guides“ begleiten Jugendliche ihre Altersgenossen beim Besuch der Anne-Frank-Ausstellung. Foto: Klötzer/Anne Frank Zentrum

Nordhorn Vom 12. Mai bis 18. Juni will der Arbeitskreis (AK) Eine Welt in Zusammenarbeit mit dem „Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen“ (VNB) im Kulturzentrum Alte Weberei in Nordhorn die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ zeigen, die im Rahmen des Ausstellungs- und Botschafterprojekts „Anne Frank und wir“ vom Anne-Frank-Zentrum und Anne-Frank-Haus entwickelt wurde. Dafür sind die Initiatoren auf der Suche nach interessierten Jugendlichen und Erwachsenen, Institutionen und Schulen, die gemeinsam einen Trägerkreis bilden und so die Ausstellung in Nordhorn zu einem Erfolg werden lassen sollen.

Stationen im Leben der Anne Frank

„Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929–1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin“, erklärt Lena Schoemaker, Bildungsreferentin beim AK Eine Welt, mit der Koordination vor Ort betraut ist. „In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit, von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten über die Zeit in Amsterdam – glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck – bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen“, erläutert Schoemaker. Viele private Fotos sollen einen intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde erlauben.

„Die persönliche Geschichte Anne Franks wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs“, beschreibt die Mit-Initiatorin. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer soll die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt werden.

Gleichaltrige Ausstellungsbegleiter für Jugendliche

Die Ausstellung adressiert sich mit einem Bereich zu Fragen nach Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung direkt an Jugendliche. Kurze Filme mit Jugendlichen sollen zur Diskussion über diese Themen anregen. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ soll die Ausstellung zu eigenem Engagement ermutigen. Schoemaker erklärt das Konzept der Ausstellung: „Kern des Projekts ist das bewährte Prinzip ,Jugendliche begleiten Jugendliche‘. Das bedeutet, dass sich junge Menschen ab 16 Jahren als Ausstellungsbegleiter engagieren. In einem Trainingsseminar lernen sie die Inhalte und Hintergründe der Ausstellung und Methoden der Vermittlung kennen. Als ,Peer Guides‘ vermitteln sie die Thematik anderen Jugendlichen und regen Gespräche darüber an.“ Denkbar ist laut Schoemaker auch eine direkte Verknüpfung mit dem Geschichts- und Politikunterricht an Grafschafter Schulen. Wer sich als „Peer Guide“ oder für den Trägerkreis engagieren möchte, kann sich bei Lena Schoemaker per E-Mail an bildung@arbeitskreis-eine-welt.de melden.

Mehr zu Anne Frank

Weitere Informationen zu Anne Frank und zur Wanderausstellung gibt es auf der Internetpräsenz des Anne-Frank-Zentrums. Darüber hinaus hält das Anne-Frank-Museum einige Online-Angebote bereit, zum Beispiel ein Video-Tagebuch und einen virtuellen Blick in das beengte Hinterhaus-Versteck in Amsterdam, in dem Anne Frank ihr Tagebuch geschrieben hat.

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