18.02.2021, 12:17 Uhr

Metall- und Elektroindustrie: Kein Durchbruch im Tarifstreit

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim suchen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nach einem Kompromiss. Foto: privat

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim suchen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nach einem Kompromiss. Foto: privat

Osnabrück In kleiner Zusammensetzung fand kürzlich in Osnabrück die dritte Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim statt. Im Mittelpunkt stand nach Angaben des Arbeitgeberverbandes „NiedersachsenMetall“ die Bewertung der aktuellen Situation. „Außerdem hat Dr. David Frink, Vorstandsvorsitzender der Krone-Gruppe in Spelle, als Verhandlungsführer der Arbeitgeber einen Strukturvorschlag erläutert, der zu einem Verhandlungsergebnis führen soll“, teilt der Verband in einem Presseschreiben mit.

Weniger Aufträge, gestörte Lieferketten

Frink verweist auf die konjunkturell schwierige Lage durch Rezession und Corona, die vielfach zu Verunsicherung führe. „Aktuell sorgt die Pandemie für spürbare Auftragseinbußen und zusätzlich für empfindliche Störungen in den Lieferketten, wie die Lkw-Schlangen an den Grenzen eindrucksvoll zeigen“, erläutert Frink. Darüber hinaus stehe die Branche aufgrund des Strukturwandels vor riesigen Herausforderungen. „Wir müssen technologisch in den Wandel investieren können, wenn wir in Zukunft nicht aus dem internationalen Wettbewerb verdrängt werden wollen. Die Märkte stellen sich mit innovativen Produkten und Verfahren komplett neu auf, das ist die eigentliche Herausforderung“, betont Frink mit Blick auf die Bedeutung des Exports für die regionale Metall- und Elektroindustrie.

„Kein Verteilungsspielraum“

„In einer solchen Situation, die hochgradig risikobehaftet ist, haben die Tarifparteien die Aufgabe, für Planungssicherheit in den Arbeitsbeziehungen zu sorgen. Es ist doch auch die Erwartung der Beschäftigten, dass wir Arbeitsplätze sicherer machen und Zukunftsperspektiven schaffen“, betont Frink. Deshalb passe die Forderung der Gewerkschaft IG Metall nach Entgelterhöhungen nicht in die Zeit. „Für 2021 sehen wir nach wie vor keinerlei Verteilungsspielraum. Wir könnten uns vorstellen, im nächsten Jahr an eine Einmalzahlung und in einer weiteren Stufe auch an eine Anhebung der Entgelttabellen zu denken, denn bis dahin müsste eine schrittweise Erholung eintreten“, stellt Frink in Aussicht.

Am 12. März wollen die Tarifparteien weiter verhandeln.

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