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03.09.2019, 17:30 Uhr

Menschen mit metastasierter Erkrankung stärker unterstützen

Mehr als 600 Menschen haben am vergangenen Wochenende in Magdeburg am Bundeskongress der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) teilgenommen, Deutschlands größter und ältester Krebs-Selbsthilfeorganisation.

Hildegard Schröder (links) und Sonja Altendeitering (rechts) trafen die Autorin Nicole Satudinger, die mit ihren Büchern zum Thema Krebs in der Spiegel-Bestsellerliste stand. Foto: privat

Hildegard Schröder (links) und Sonja Altendeitering (rechts) trafen die Autorin Nicole Satudinger, die mit ihren Büchern zum Thema Krebs in der Spiegel-Bestsellerliste stand. Foto: privat

Darunter war auch die Gruppenleitung der Frauenselbsthilfe in Nordhorn. Neben den FSH-Mitgliedern war die Veranstaltung wie immer auch ein Anziehungspunkt für Onkologen, Psychoonkologen, Sozialarbeiter und Pflegende. Auch das Leitungsteam der Gruppe Nordhorn besuchte den einmal jährlich stattfindenden Kongress. „Die Veranstaltung bietet viele Möglichkeiten, um sich fortzubilden. Es geht jedoch auch darum, gemeinsam unseren großen Verband weiterzuentwickeln“ erläutert Sonja Altendeitering von der Gruppe Nordhorn. „Im Moment konzentriert sich die FSH zum Beispiel auf den Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes für Menschen mit Metastasen. Sie brauchen besondere Selbsthilfe-Angebote, die ihrer speziellen Erkrankungssituation gerecht werden.“

Um den genauen Bedarf zu ermitteln, hat die FSH in den vergangenen Monaten eine große Umfrage mit Unterstützung des Lehrstuhls für Selbsthilfeforschung in Freiburg durchgeführt. „Die Umfrage hat uns gezeigt, dass die Betroffenen ergänzende, spezielle und auf sie abgestimmte Angebote zur Unterstützung brauchen“, sagt Dr. Sylvia Brathuhn, FSH-Bundesvorsitzende. „In Magdeburg haben wir im Rahmen eines Open Space unter anderem gemeinsam über konkrete Maßnahmen diskutiert. Nun geht es an die Umsetzung des Projekts, dem wir den Arbeitstitel ‚FSH! Mutig. Bunt. Aktiv - Leben mit Metastasen‘ gegeben haben.“

Neben dieser verbandsinternen Arbeit schätzen die Mitglieder beim Bundeskongress ganz besonders das Gefühl, einer großen, starken Gemeinschaft anzugehören. „Die Atmosphäre ist hier immer sehr inspirierend und motivierend“, sagt Hildegard Schröder von der Gruppe Nordhorn. „Wir kehren jedes Jahr mit vielen neuen Ideen für die Gruppenarbeit nach Hause zurück.“

Ein besonderes Highlight dieses Kongresses war zudem der Vortrag von Nicole Staudinger. Mit 32 Jahren erhielt die zweifache Mutter die Diagnose Brustkrebs. Während ihrer Erkrankung schrieb sie ihr erstes Buch „Brüste umständehalber abzugeben“, mit dem sie 2015 den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Ein Jahr nach ihrer Genesung erschien ihr zweites Buch „Schlagfertigkeitsqueen“. 2018 erreichte ihr Buch „Stehaufqueen“ den Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste. In ihrem Vortrag und einem Workshop konnte Nicole Staudinger Lebenserfahrung mit dem hoffnungsvollen Blick nach vorn verknüpfen.

Menschen mit einer Krebserkrankung, die die Frauenselbsthilfe kennenlernen möchten, können jederzeit zu einem Treffen der Gruppe Nordhorn kommen. Die Teilnahme ist kostenfrei und unverbindlich. Die Gruppenabende finden jeweils am letzten Mittwoch eines Monats ab 19.30 Uhr im Raum 115 der Volkshochschule in Nordhorn statt. Für Fragen zur Arbeit der Frauenselbsthilfe stehen Sonja Altendeitering unter Tel. 05921-721121 und E-Mail altendeitering@live.de, Hildegard Schröder unter Telefon 05908-724 und Janette Hansmann unter Telefon 05941-577 zur Verfügung.