14.01.2022, 14:55 Uhr

Mehr Platz für Glockenheide im Gildehauser Venn

Die Glockenheide ist noch nicht ganz verdrängt. Durch Pflegemaßnahmen soll sie bessere Bedingungen im Gildehauser Venn bekommen. Foto: Landkreis

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Die Glockenheide ist noch nicht ganz verdrängt. Durch Pflegemaßnahmen soll sie bessere Bedingungen im Gildehauser Venn bekommen. Foto: Landkreis

Gildehaus Auch in diesem Winter finden wieder Abholzungsmaßnahmen im Kerngebiet des Naturschutz- und FFH-Gebietes Gildehauser Venn statt. „Dazu werden neun Einzelflächen von Gehölzen freigestellt, um der lichtliebenden und nährstoffarmen Heide oder bestehenden Heideweihern wieder günstigere Standortverhältnisse zu verschaffen“, heißt es vom Landkreis Grafschaft Bentheim.

In der Hellehornsheide, einem versteckten Bereich im Südosten des Gildehauser Venns, finden bereits im Januar Naturschutzmaßnahmen statt. Diese sind Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seit 2016 umgesetzt wird. Charakteristische Biotope wie Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollen dabei nachhaltig entwickelt werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse sollen gestärkt werden.

Ganz konkret soll in der Hellehornsheide durch die Maßnahmen wieder Feuchte Heide entwickelt werden. „Momentan befindet sich die Fläche leider in keinem guten Zustand: Pfeifengras dominiert die Fläche, die typischen Pflanzenarten wie die Glockenheide wurden verdrängt. Kiefern und andere Gehölze haben sich ausgebreitet und die einstige Offenlandfläche wurde in den letzten Jahrzehnten immer kleiner“, beschreibt der Landkreis. „Allerdings lassen sich in einigen Bereichen in der Fläche sowie unter den Kiefern immer noch Glockenheide sowie weitere typische Pflanzenarten wie das Braune Schnabelried und verschiedene Seggen- und Binsenarten entdecken. Somit besteht Hoffnung, dass durch gezielte Maßnahmen der Lebensraumtyp verbessert werden kann.“

Eine Offenfläche in der Hellehornsheide soll durch Gehölzentnahmen wieder entstehen, eine kleine Gehölzinsel in der Mitte soll dabei erhalten bleiben. Bereiche, in denen der duftende Gagelstrauch vorkommt, werden sehr vorsichtig aufgelichtet. Um die Fläche langfristig offen zu halten, soll die Hellehornsheide in das Beweidungskonzept des Gildehauser Venns mit aufgenommen werden, eine regelmäßige Pflege ist für den Erhalt der Fläche essentiell.

Die innerhalb des Gebietes ausgewiesenen Wander-, Radwander- und Reitwege können weiterhin genutzt werden. „Sie dürfen nicht verlassen werden“, mahnt die Kreisverwaltung. Darüber hinaus sind die Zufahrten in das Gebiet für Fahrzeuge bis auf Fahrräder für den öffentlichen Verkehr gesperrt, auch das Abstellen von Fahrzeugen im Naturschutzgebiet ist verboten.

Weitere Informationen: gn123.de/sandlandschaften