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14.04.2019, 10:00 Uhr

Mehr Optionen für Geringverdiener bei betrieblicher Vorsorge

Seit Beginn des Jahres ist die zweite Stufe des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) in Kraft. Was das für Arbeitgeber bedeutet, haben jetzt zahlreiche Handwerksvertreter in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim in Nordhorn erfahren.

Mehr Optionen für Geringverdiener bei betrieblicher Vorsorge

Andreas Hempen, Experte für betriebliche Altersvorsorge, berichtete bei der Kresihandwerkschaft über die Neuregelung beim Betriebsrentenstärkungsgesetz. Foto: privat

Ziel des neuen Gesetzes ist es, die betriebliche Altersversorgung attraktiver zu gestalten und insbesondere die Optionen für Geringverdiener zu verbessern. „Für Sie als Arbeitgeber hat das diverse Auswirkungen“, betonte Andreas Hempen, der als Experte für betriebliche Altersversorgung unter anderem für das Versorgungswerk der Innungen im Einsatz ist. Die wohl größte Neuerung ergebe sich aus dem sogenannten Sozialpartnermodell, mit dem der Gesetzgeber eine komplett neue Variante der Betrieblichen Altersvorsorge geschaffen habe. „Das Modell sieht vor, dass Arbeitgeber alternativ zu den anderen Vorsorge-Modellen eine feste Beitragszusage auf tariflicher Grundlage machen. Darüber hinaus müssen sie keinerlei Garantie für die später einmal ausgezahlte Summe geben“, erläuterte Hempen. Eine weitere Neuerung betrifft die Entgeltumwandlung: Unternehmen, die dieses Mittelnutzen und damit Sozialversicherungsbeiträge sparen, müssen einen Zuschuss von 15 Prozent auf den umgewandelten Betrag zahlen. „Zum Tragen kommt das aber zunächst nur für Entgeltumwandlungsvereinbarungen, die nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden. Für ältere Vereinbarungen gilt eine Karenzzeit bis 2022“, verriet der Experte. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer noch weiter verbessert. So wurde die Steuerfreigrenze für Beiträge zu Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds auf acht Prozent angehoben. Der bisher geltende Festbetrag von 1800 Euro fällt weg. „Zudem gibt es eine bessere Regelung für Einmalzahlungen und eine Lösung, die es Menschen, die eine Zeit lang nicht gearbeitet haben, erlaubt, Beiträge für diese Zeiten steuerfrei nachzuzahlen“, berichtete Hempen.

Um Geringverdiener stärker als bisher zu unterstützen, macht das Betriebsrentenstärkungsgesetz ebenfalls gezielte Anreize für den Auf- und Ausbau einer betrieblichen Altersversorgung. Im Vordergrund steht dabei eine neue betriebliche Förderrente: Arbeitgeber, die für ihre geringverdienenden Mitarbeiter einen zusätzlichen Beitrag zur betrieblichen Förderrente erbringen (mindestens 240 Euro und maximal 480 Euro pro Jahr), erhalten einen Zuschuss von 30 Prozent. Bei den Vertretern der Handwerksbetriebe stieß der Experte mit seinen Ausführungen auf offene Ohren. Im Anschluss an den Vortrag gab es viele Fragen und es entfaltete sich ein reger Austausch. „Betriebliche Altersvorsorge ist für viele unserer Innungsbetriebe ein wichtiges Angebot zur Mitarbeiterbindung. Daher wundert es mich nicht, dass die Resonanz auf die sehr aufschlussreichen Ausführungen von Hempen so groß war“, bilanzierte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Sascha Wittrock, abschließend.