Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
10.09.2020, 16:00 Uhr

MdB Stegemann: Region für Schweinepest gerüstet

Diese Tiere können anfällig sein. Foto: dpa

Diese Tiere können anfällig sein. Foto: dpa

Grafschaft Die Afrikanische Schweinepest wurde heute bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen. Hierzu erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann: „Das Virus ist bekanntlich seit Längerem, insbesondere in Ost-Europa, aktiv. Nun ist der von uns allen befürchtete erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem einzigen Wildschwein-Kadaver in Deutschland eingetreten. Wir haben uns in den vergangenen Monaten intensiv auf diesen Moment vorbereitet. Deutschland und insbesondere das Emsland und die Grafschaft Bentheim sind auf den Ernstfall gut vorbereitet. Fakt ist: Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen nicht gefährlich. Es ist keine Zoonose, sondern betrifft nur Wild- und Hausschweine. Deswegen gibt es keinen Grund bei einer ausgewogenen Ernährung auf Schweinefleisch zu verzichten.“

Erst 2017 ist das hochmoderne Vorsorgezentrum für Seuchen der beiden Landkreise in Klausheide in Betrieb genommen worden. Mit dem Vorsorgezentrum hätten die Verantwortlichen vor Ort, so Stegemann, Weitsicht bewiesen. Im Emsland, in Brandenburg und bundesweit wurde der Ernstfall bereits mehrfach geprobt. Die rechtlichen Maßnahmen für diesen Seuchenfall wurden erlassen. Die zuständigen Behörden sind ermächtigt, notwendige Anordnungen zu treffen, um eine mögliche Ausbreitung auf die Haus- und Wildschweine einzudämmen. Stegemann erklärt wörtlich weiter: „Es gibt wohl kaum ein Seuchengeschehen, auf das wir so gut vorbereitet sind. Aktuell ist der Ausbruch lokal auf eine Region begrenzt. In Niedersachsen oder im Emsland und der Grafschaft gibt es keinen Fall der Afrikanischen Schweinepest. Der Fundort ist über 400 Kilometer von unserer Heimat entfernt. Wir müssen daher alles daran setzen, dass sich das Virus nicht ausbreitet. Jeder Landwirt muss auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen achten. Und auch auf die Jäger kommt bei der Schwarzwildbejagung eine große Verantwortung zu. Zugleich kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass sich die Afrikanische Schweinepest nicht ausbreitet. Seien Sie achtsam, halten Sie die Hygienemaßnahmen ein und werfen Sie keine mitgebrachten Wurstwaren am Straßenrand weg und halten Sie Abstand zu Wildschweinen. Viele Landwirte machen sich nun verständlicherweise Sorgen. Nachdem die Schweinepreise in den letzten Wochen bereits von gut zwei Euro auf unter 1,50 Euro je Kilogramm gefallen sind, droht nun ein weiterer Preisrutsch. Den Schweinehaltern droht damit kurzfristig ein enormer wirtschaftlicher Schaden. Das gilt es nun so stark wie möglich zu verhindern. Verbraucher sollten weiter mit gutem Gewissen zum Schweinefleisch an der Ladentheke greifen. Zudem appelliere ich an Schlachthöfe und den Lebensmitteleinzelhandel, die Situation nicht für Preissenkungen zu nutzen.“

Von Seiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft werden bereits Gespräche geführt, um den Markt zu stabilisieren. „Zudem haben Politik und Verwaltung bereits erste Weichen gestellt. Aufgrund des Regionalisierungsprinzips, nach dem nur ein bestimmtes Gebiet in der Nähe des Ausbruchsortes vom Handel ausgeschlossen wird, sind daher kaum wirtschaftliche Auswirkungen auf den innereuropäischen Agrarhandel zu erwarten. Die Bundesregierung und die EU-Kommission sind seit längerem in Gesprächen mit wichtigen Drittländern, damit auch dort dieses Prinzip anerkannt wird und die Handelsrouten für hochwertiges Schweinefleisch aus Deutschland offenbleiben“, sagt Stegemann abschließend.

Ems-Vechte