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01.07.2020, 13:50 Uhr

„Matthiasstift“ prüft Erweiterung der Pflegeeinrichtung

Virtuelle Ansicht des geplanten Gebäudes. Foto: St. Matthiasstift

Virtuelle Ansicht des geplanten Gebäudes. Foto: St. Matthiasstift

Wietmarschen Die St. Matthiasstift Immobilien GmbH Wietmarschen ist seit nunmehr fünf Jahren Träger der Altenpflegeeinrichtung „Matthiasstift“.

In zwei Bauabschnitten wurde das gesamte Gebäudeareal umgebaut und saniert. In Kooperation mit der Pflege St. Elisabeth Lohne gGmbH werden seit der Wiedereröffnung zirka 100 pflegebedürftige Personen in Wohngemeinschaften und in weiteren pflegerischen Einrichtungen ambulant gepflegt und betreut. Das „Matthiasstift“ hat sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich entwickelt. Sämtliche Wohnungen und Patientenplätze sind durchgängig zu 100 Prozent belegt. Die Wartelisten mit insgesamt rund 120 Bewerbungen werden immer länger. Zirka 70 Prozent der Bewohner und der Bewerber auf den Wartelisten haben einen Wohnsitz in der Gemeinde Wietmarschen. Seit mehr als einem Jahr häufen sich die Fälle, dass konkrete Bewerbungen auf den Wartelisten (auch von Bürgerinnen und Bürgern aus der Gemeinde Wietmarschen) mit dringendem Pflegebedarf abgewiesen werden mussten, weil keine Wohnungen frei waren. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der St. Matthiasstift Immobilien GmbH, Alfons Eling, hat daher Anfang 2020 das Stephanswerk Osnabrück mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine Erweiterung des „Matthiasstiftes“ beauftragt. In dieser Machbarkeitsstudie hat das Stephanswerk zunächst einmal alle gewünschten Erweiterungs-Ideen aufgenommen, unabhängig von Wirtschaftlichkeitserwägungen.

Im Einzelnen handelt es sich um folgenden Erweiterungspläne.

24 weitere Ein-Zimmerwohnungen mit separatem Bad für Demenzerkrankte in zwei Etagen

Neun weitere Zwei-Zimmer-Apartments für sonstige Pflegebedürftige in einer weiteren Etage

Räumlichkeiten für eine vergrößerte Tagespflege mit 18 Plätzen

Erweiterung der Apartments für die Verhinderungspflege (Kurzzeitpflege) um vier Wohnplätze

Umwidmung der Räume der jetzigen Tagespflege zu einem Versammlungsraum. Dieser große Raum mit der vorhandenen Küche soll gleichzeitig genutzt werden, um eine Mittagstischausgabe für die Bewohner der Häuser „Benedicta“ und „Baus Blick 9“, aber auch für interessierte externe ältere Bürgerinnen und Bürger aus Wietmarschen zu organisieren.

Diese Erweiterungspläne könnten nach den Vorstellungen des Stephanswerkes, die gemeinsam mit Geschäftsführer Alfons Eling entwickelt wurden, in einem viergeschossigen Gebäude mit einem Verbindungsgang zu dem vorhandenen 1997-er Gebäudeteil auf der vorhandenen Grünfläche westlich des jetzigen Gebäudeareals verwirklicht werden. Die Gesamtkosten für diese Investitionen werden vom Stephanswerk auf zirka 5 Millionen Euro geschätzt. Die Pläne berücksichtigen auch die Option, das Gesamtbauvolumen um ein oder zwei Geschosse zu reduzieren, falls sich die Pläne wegen fehlender Pflegekräfte oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisieren lassen.

Das Stephanswerk hat dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung die Machbarkeitsstudie durch die Geschäftsführerin Carolin Lauhoff in der letzten Sitzung vorgestellt. Die Gremien begrüßten die Erweiterungspläne und zeigten sich davon überzeugt, dass der Bedarf für zusätzlichen Pflegeeinrichtungen unzweifelhaft vorhanden ist. Die langen Wartelisten und die demographische Entwicklung der Gemeinde Wietmarschen lassen klar erkennen, dass die Erweiterung notwendig ist, um künftig möglichst allen pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Wietmarschen einen Pflegeplatz in der eigenen Gemeinde anbieten zu können. Die Wirtschaftlichkeit der notwendigen Investitionen dürfte nach Auffassung des Geschäftsführers Alfons Eling auch gegeben sein, zumal das zusätzliche Gebäude auf dem vorhandenen Grundstück verwirklicht werden kann.

Bedenken wurden allerdings sowohl von den Gremien der GmbH als auch von dem Geschäftsführer geäußert, ob es gelingen kann, ausreichend Personal für den Pflege- und Betreuungsdienst zu gewinnen. Bereits jetzt sei es nach Aussagen des Geschäftsführers der im „Matthiasstift“ tätigen „Pflege St. Elisabeth Lohne gGmbH, Ludger Wübben, äußerst schwierig, neues Personal einzustellen, da der Markt für Pflegekräfte leer gefegt sei. Der Aufsichtsrat und der Geschäftsführer halten es auch für sinnvoll, zunächst die Auswirkungen der derzeitigen „Coronakrise“ auf den Arbeitsmarkt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzuwarten. Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der St. Matthiasstift Immoblien GmbH kamen daher überein, vorläufig noch keine Beschlüsse für die Durchführung von Baumaßnahmen zu fassen. Zunächst soll die weitere Entwicklung in der Coronakrise und des Arbeitsmarktes für Pflegekräfte bis Anfang 2021 beobachtet werden.

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