14.12.2020, 15:38 Uhr

Maria-Montessori-Schule ist „Fairtrade-School“

Fairtrade-Schulteam, bestehend aus T.Hagemann, H. Temmen, D. ten Brink (Schulleitung), M. Diekjacobs und K. Wangemann mit Bürgermeister T. Berling. Foto: privat

Fairtrade-Schulteam, bestehend aus T.Hagemann, H. Temmen, D. ten Brink (Schulleitung), M. Diekjacobs und K. Wangemann mit Bürgermeister T. Berling. Foto: privat

Nordhorn Die Maria-Montessori-Schule in Nordhorn wurde als 761. Schule mit dem Titel „Fairtrade-School“ausgezeichnet. In Zeiten von Corona erfolgt die Auszeichnung digital. Dem gemeinsamen Einsatz des Fairtrade-Schulteams ist es zu verdanken, dass der Fairtrade-Gedanke in vielen Bereichen des schulischen Alltags integriert wurde. Schulleitung Dörte ten Brink sagte: „Wir an der Maria-Montessori-Schule tragen hiermit dazu bei, das Bewusstsein für einen gerechten Welthandel zu stärken.“

Dass die Idee funktioniert, zeigt das große bundesweite Interesse von Schulen jeder Schulform und Größe. Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von „TransFair“, freut sich über das junge Engagement für den fairen Handel. „Die Schülerinnen und Schüler von heute sind die Entscheider von morgen. Wenn wir es schaffen, dass nachkommende Generationen ein Verantwortungsbewusstsein für faire Produkte und nachhaltigen Konsum entwickeln, kommen wir dem fairen Welthandel ein großes Stück näher“, so Overath weiter.

Seit 2012 engagieren sich Schüler und Lehrer mit der Fairtrade-Schools-Kampagne bundesweit für einen gerechteren Handel. Als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ trägt die Kampagne dazu bei, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), umzusetzen: Die Schulen verankern den fairen Handel im Schulalltag und schaffen bei SchülerInnen und Schülern sowie Lehrkräften ein Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus zeigt die Kampagne konkrete Handlungsoptionen auf. Für den Titel „Fairtrade-School“ müssen sie fünf Kriterien erfüllen: Zunächst muss sich ein Fairtrade-Schulteam gründen und im sogenannten „Kompass“ die Ziele als zukünftige Fairtrade-School festgehalten werden. Neben dem Einsatz von fairen Produkten an der Schule wird der faire Handel im Unterricht behandelt und mindestens eine Veranstaltung zum fairen Handel im Schuljahr organisiert.

Die Maria-Montessori-Schule ist die erste Grundschule in Nordhorn, die „Fairtrade-School“ ist und freut sich sehr über diese Auszeichnung. Leider konnte die Feier aufgrund der Pandemie nicht im großen Rahmen stattfinden. Dies soll im Sommer nachgeholt werden. Stattdessen gab es eine Online-Verleihung mit Videobotschaft.

Die Schüler beschäftigen sich im Unterricht auf vielfältige Weise mit diesem Thema, zum Beispiel im Sachunterricht mit dem Thema „Schokolade“. Die Schülervertretung informierte die Schüler über zwei neu angeschaffte fair gehandelte Fußbälle für die Pause. Sie stellte nicht nur das Fairtrade-Siegel vor, sondern erläuterte, wie mühsam es ist, einen Fußball zu nähen und wie wenig Geld die Arbeiterinnen oftmals dafür bekommen.

Den Veranstaltern ist wichtig, dass die Kinder wissen, erkennen und bewerten können, woher die Lebensmittel, zum Beispiel die Schokolade oder auch der Fußball kommen und wie sie hergestellt werden. Das gelte für die Lebensmittel, die in Deutschland produziert würden, wie zum Beispiel Gemüse und Milch, aber auch für Dinge, die nicht bei uns hergestellt würden. Hier gehe es um Kinderrechte und Lebensbedingungen, die alle etwas angehen.

Die Schule wird unterstützt durch den Eine Welt Laden in Nordhorn – mit Hilfe des Weltladens konnte ein schöner „Kiosk“ errichtet werden, in dem die Kinder und LehrerInnen zu festen Zeiten fair gehandelte Waren kaufen können. Wenn es wieder möglich ist, soll ein regelmäßiges „faires Frühstück“ stattfinden. Unterstützt wird die Schule auch von Lena Schoemaker vom Arbeitskreis Eine Welt Nordhorn, die Workshops und Arbeitsgemeinschaften an der Maria-Montessori-Schule geleitet hat.

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