20.12.2019, 09:30 Uhr

Lingener Stadtbibliothek feiert 100-jähriges Jubiläum

Die Lingener Stadtbibliothek feiert 2020 ihr 100-jähriges Bestehen. 1920 als „Städtische Bücherei und Lesehalle“ gegründet, ist die Stadtbibliothek bis heute die einzige kommunale, öffentliche Bibliothek im Emsland.

Franziska Walser und Edgar Selge tragen am 10. Januar 2020 um 20 Uhr im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe unter dem Titel „Jeder Engel ist schrecklich“ die „Duineser Elegien“ von Rainer Maria Rilke vor.  Foto: Karin Rocholl

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Franziska Walser und Edgar Selge tragen am 10. Januar 2020 um 20 Uhr im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe unter dem Titel „Jeder Engel ist schrecklich“ die „Duineser Elegien“ von Rainer Maria Rilke vor. Foto: Karin Rocholl

„Unsere Stadtbibliothek stellt ein Tor zur weiten Welt des Wissens dar. Mit ihren rund 73.000 Büchern und anderen Medien, wie Hörbüchern, DVD, Konsolenspielen und Tonies, ist sie eine unverzichtbare, wichtige und äußerst beliebte Anlaufstelle für alle Lingenerinnen und Lingener“, macht Oberbürgermeister Dieter Krone deutlich. Rund 6000 Nutzer machen regelmäßig von den Angeboten der Stadtbibliothek Gebrauch. Dabei ist sie längst mehr als eine Buchausleihe. Insbesondere im Bereich der Leseförderung setzt die Stadtbibliothek mit Veranstaltungen wie dem Julius-Club, dem Bücherbaby-Treff oder dem Bilderbuchkino Akzente.

Für das Jubiläumsjahr hat das elfköpfige Team um Stadtbibliotheksleiter Josef Lüken ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen für Erwachsene und Kinder sowie mit kreativen Aktionen auf die Beine gestellt. Den Auftakt macht eine Lesung des Schauspielerpaars Franziska Walser und Edgar Selge am 10. Januar 2020 um 20 Uhr im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe. Unter dem Titel „Jeder Engel ist schrecklich“ tragen die Schauspieler die „Duineser Elegien“ von Rainer Maria Rilke vor. „Die Lesung ist mit zwei großartigen Schauspielern hochkarätig besetzt. Franziska Walser und Edgar Selge sind aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen gut bekannt“, betont Oberbürgermeister Krone. „Die Zuhörer dürfen sich auf einen unvergesslichen Abend freuen. Das Schauspielerpaar verleiht den Versen von Rilke eine ganz eigene Stimme und macht sie für uns greifbar“, blickt auch Bibliotheksleiter Lüken voller Vorfreude dem 10. Januar 2020 entgegen.

Der Dichter Rainer Maria Rilke verfasste die „Duineser Elegien“ im Zeitraum von 1912 bis 1922. Sie stellen den Höhepunkt seines Schaffens dar und gehören zu den schönsten, komplexesten und vielschichtigsten Schöpfungen deutscher Lyrik. Im Januar 1912 war Rilke zu Gast bei der Fürstin Marie von Thurn und Taxis in deren Schloss Duino an der Adria. Auf einem Spazierweg dort soll Rilke die Duineser Elegien „gehört“ haben, bevor er sie zu Papier brachte. Der Sinn menschlichen Daseins ist das Thema der Elegien: Klagegesänge, deren Musik die Sprache ist, Verse von betörender Schönheit, ein lyrisches Meisterwerk, das zum Vollkommensten gehört, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“, so der einleitende Vers dieser Rezitation von Franziska Walser und Edgar Selge, die weit mehr ist als eine Lesung: eine freie Gestaltung in Gedanken, Worten und Bildern.

Eintrittskarten gibt es zum Preis von 22 Euro (Schüler und Studenten zahlen ermäßigt 18 Euro) bei der Tourist-Info, telefonisch unter 0591 9144 144 und online unter www.lingen.de . An dem Abend gilt freie Platzwahl.