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25.09.2020, 14:58 Uhr

Gleichstellungsbeauftragte der Region sprechen über Corona

Die Regionalkoordinatorinnen Anja Milewski (vorne, links) und Angelika Roelofs (vorne, Mitte) trafen sich im Lingener Rathaus mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Region Weser-Ems-Süd. Foto: privat

Die Regionalkoordinatorinnen Anja Milewski (vorne, links) und Angelika Roelofs (vorne, Mitte) trafen sich im Lingener Rathaus mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Region Weser-Ems-Süd. Foto: privat

Lingen Die Regionalkonferenz der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Weser-Ems-Süd traf sich kürzlich zu ihrer Herbsttagung in Lingen. Die 17 Teilnehmerinnen diskutierten vor allem über das Thema „Gleichstellung in Corona-Zeiten“. „Corona hat insbesondere das Leben von Frauen verändert“, sind sich die beiden Koordinatorinnen der Regionalkonferenz, Anja Milewski aus Nordhorn und Angelika Roelofs aus Lingen einig. Der Lockdown habe langjährig verborgene Missstände ans Licht geholt. „Frauen stemmen diese Krise, denn in den sogenannten systemrelevanten Berufen sind hauptsächlich Frauen beschäftigt“, stellen die beiden fest. Ob Kranken- und Altenpflegerinnen, Verkäuferinnen in Supermärkten, Reinigungskräfte oder Erzieherinnen – sie alle hätten bislang wenig Wertschätzung erfahren, seien oft schlecht bezahlt oder lediglich mit Minijob-Verträgen angestellt. Dazu komme in der Krise die Belastung durch die Betreuung der Kinder im Homeschooling, häufig in Kombination mit Homeoffice und nicht zuletzt das Problem der häuslichen Gewalt.

Das alles hat Milewski und Roelofs zufolge auch Auswirkungen auf die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten, denn „zum einen brauchen viele Frauen unsere Hilfe und Unterstützung – jetzt mehr denn je. Zum anderen gilt es, die durch Corona erhöhte Aufmerksamkeit für Gleichstellungsthemen aktiv zu nutzen. Als kommunale Gleichstellungsbeauftragte ist es unsere ständige Aufgabe, an der Beseitigung dieser strukturell bedingten Missstände mitzuwirken. Jetzt ist eine ganz wichtige Zeit dafür“, sind die beiden sich einig.

Daher begrüßten alle Teilnehmerinnen aus den drei Landkreisen Grafschaft Bentheim, Emsland und Osnabrück die Gelegenheit zum intensiven Austausch im Rahmen der Regionalkonferenz. Im Mittelpunkt standen Fragen wie „Welche Angebote für Frauen haben sich im bisherigen Verlauf der Corona-Krise bewährt?“, „Wo besteht eventuell gezielter Fortbildungsbedarf?“ und „Wie kann die Gleichstellungsarbeit jetzt die Politik dabei unterstützen, für mehr Geschlechtergerechtigkeit einzutreten?“. „Es darf nicht passieren, dass die durch Corona verstärkten Missstände einfach von Politik und Gesellschaft akzeptiert werden. Dann macht Deutschland in Sachen Gleichberechtigung von Mann und Frau eine fatale Rolle rückwärts“, so die Gleichstellungsbeauftragten.

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