23.10.2020, 10:49 Uhr

„LiLa Spätlese“: Nordhorner genießen unterhaltsamen Abend

Auftritt mit Spannung, Humor und Musik (von links): Wolfram Hörmeyer, Mathias Meyer-Langenhoff, Tom Fuhrman und Arno Heilgenberg. Foto: privat

Auftritt mit Spannung, Humor und Musik (von links): Wolfram Hörmeyer, Mathias Meyer-Langenhoff, Tom Fuhrman und Arno Heilgenberg. Foto: privat

Nordhorn Nach längerer coronabedingter Pause fand vor Kurzem die 31. „LiLa Spätlese“ in der Alten Weberei statt. Die Moderation des Abends übernahm Mathias Meyer-Langenhoff, diesmal ohne Martin Liening der aufgrund einer Erkältung vorsichtshalber abgesagt hatte. Zu Gast waren die Autoren Tom Fuhrmann und Wolfram Hörmeyer.

Zunächst stellte Hörmeyer sein neues Buch „Pacifics“ vor. Der bühnenerfahrene Schriftsteller und Musiker führte kurz in die Hintergründe seines Romans ein. „Es geht um Fakten, Erfindungen und Gefahren, die heute über den Ausweg aus der ökologischen Sackgasse und über Krieg und Frieden entscheiden können“, erläuterte er. Sein Buch thematisiert die zunehmende Vermüllung und die Gefahren eines alles vernichtenden Atomkrieges. „Es gelang ihm, diese Themen in eine spannende Romanhandlung zu kleiden und dem Publikum die Dringlichkeit der Auseinandersetzung damit eindrucksvoll vor Augen zu führen“, resümiert Meyer-Langenhoff und fasst die Romanhandlung zusammen: „Leo, einer seiner Hauptprotagonisten, will nichts weniger als die Welt retten beziehungsweise eine neue schaffen. Dem Weitgereisten ist längst klar, dass die kritischen Anzeichen für ein Ende der Erde sich häufen. Er konstatiert, dass das sechste Massensterben der Arten im vollen Gange ist, Plastik die Erde überschwemmt. Der frühberentete ehemalige Lehrer fasst den Plan, mit einem neuen Verfahren eine Plastikmüllinsel zu schaffen, auf der Menschlichkeit und Nachhaltigkeit als Grundprinzipien des Lebens gelten sollen, und macht sich auf die Suche nach Verbündeten.“ Hörmeyer gelang es Meyer-Langenhoff zufolge, das Publikum auf seinen auf recherchierten Fakten und fiktiven Aspekten beruhenden Roman neugierig zu machen.

Tom Fuhrmann überraschte mit einem humorvollen Beitrag. Seine Geschichte befasste sich mit dem 18. Geburtstag der Tochter seines Erzählers. Die Party läuft aus dem Ruder, die Lautstärke ist zu groß für den kleinen Partyraum, es kommt zu einer Krise zwischen der Tochter und ihrem Freund, der eigentlich für die Aufsicht zuständige Vater trinkt ein Bier nach dem anderen und freut sich, den ihm unsympathischen Freund seiner Tochter wegen einer kurzfristig entstehenden Beziehungskrise des jungen Paares mit gekonntem Nasengriff aus dem Partyraum führen zu können. „Dem Publikum – und vor allem den Vätern – gefiel Fuhrmanns sympathischer Vortrag, konnte sich doch vermutlich so mancher an ähnliche Erfahrungen mit eigenen Töchtern erinnern“, berichtet Meyer-Langenhoff, der nach der Pause mit einem eigenen Beitrag auf die Bühne zurückkehrte.

Mit einer Geschichte über seine Figur Alex Wittig, Lehrer an der „Micki-Krause-Gesamtschule“, sorgte er für einen humorvollen Fortgang des Abends. Die satirische Auseinandersetzung mit dem Sinn oder Unsinn mancher Corona-Verordnung, die Erlebnisse seines fiktiven Lehrers mit Online-Unterricht sowie Seitenhiebe auf den Zustand so mancher Schul-WC-Anlage ließen die Gäste in der „Alten Weberei“ schmunzeln.

„Wie immer betätigte sich Arno Heilgenberg mit seiner Gitarre zwischen den einzelnen Beiträgen als ausgezeichneter Brückenbauer, ganz im Sinne des ,LiLa Spätlese‘-Mottos ,Lesung und Livemusik‘. Das Publikum, das sich begeistert zeigte angesichts der Möglichkeit, unter sicheren, coronagerechten Bedingungen nach langen Monaten des Wartens endlich wieder eine Kulturveranstaltung besuchen zu können, dankte den Akteuren mit großem Applaus“, so Meyer-Langenhoff abschließend.

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