15.12.2021, 16:30 Uhr

Lernapp vermittelt Grundlagen der plattdeutschen Sprache

Direkt auf dem iPhone kann die geschützte Sprache auch außerhalb  der Schule gelernt werden. Foto: privat

Direkt auf dem iPhone kann die geschützte Sprache auch außerhalb der Schule gelernt werden. Foto: privat

Meppen Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sprechen sehr gut Plattdeutsch. Die in der „Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprache“ bereits seit 1998 geschützte Sprache wird von vielen weiteren Millionen Menschen zumindest gut verstanden.

Damit die Regionalsprache auch weiterhin im Alltag lebendig genutzt werden kann, erarbeiten die niedersächsischen Landschaften und Landschaftsverbände zusammen mit der Agentur Marktplatz GmbH aus Lüneburg eine plattdeutsche Lernapp. Die Lernapp basiert auf dem Vokabelschatz des 2021 erschienenen Lehrbuchs „Snacken, Proten, Kören“, welches vom Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen herausgegeben wurde. Mit dem Lehrwerk wird im Unterricht an den niedersächsischen Schulen gearbeitet. Die Lernapp wird, wie das Lehrwerk, nach dem plattdeutschen Wörterbuch von Johannes Sass abgefasst sein. Diese Sprachvariante des nordniedersächsischen Plattdeutsch ist in Niedersachsen regional am weitesten verbreitet, zudem lassen sich von ihr auch die meisten niederdeutschen Dialekte ableiten.

„Natürlich gibt es regionale Unterschiede im Plattdeutschen. Auch schon innerhalb des Emslandes. Und das Platt in der Grafschaft Bentheim unterscheidet sich sowohl untereinander als auch zu anderen Dialekten. Trotzdem ist das in der App verwendete nordniedersächsische Platt ein guter Ausgangspunkt. Wenn man es genau betrachtet, gibt es unterm Strich doch mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede in der Sprache. Hier kann man online die Grundlagen erlernen, die sich dann regional anpassen lassen“, ordnet Gesche Gloystein, Leiterin der Fachstelle Plattdeutsch der Emsländischen Landschaft, das Angebot für unsere Region ein.

„Mit der plattdeutschen Lernapp schaffen die Landschaftsverbände in Niedersachsen ein attraktives Sprachlernangebot zur Nutzung außerhalb allgemeinbildender Schulen, an deren Erstellung ein großes Netzwerk mitarbeitet. Für die didaktische Beratung konnten wir das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald gewinnen“, freut sich Inga Seba-Eichert als Projektleiterin und wissenschaftliche Referentin für Niederdeutsch beim Lüneburgischen Landschaftsverband.

Gemeinsam mit der Agentur Marktplatz GmbH wird die Lernapp erstellt und dauerhaft erweitert. Auch unterschiedliche Themenbereiche und Schwerpunkte, wie zum Beispiel Plattdeutsch im Berufsleben, werden in der Lernapp behandelt. Die mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur geförderte Lernapp wird auf allen mobilen Geräten mit Android- oder IOS-Systemen laufen und ab Ende 2023 verfügbar sein. Mit dem Abschluss der Lernbereiche ist auch eine Zertifizierung geplant.

Das Gemeinschaftsprojekt wird gefördert durch die Emsländische Landschaft, den Lüneburgischen Landschaftsverband, die Oldenburgische Landschaft, den Landschaftsverband Osnabrücker Land, die Schaumburger Landschaft, den Landschaftsverband Stade und den Landschaftsverband Weser-Hunte.