25.10.2021, 14:45 Uhr

Lebenshilfe schaut auf ein stabiles Jahr 2020 zurück

Geschäftsführer Thomas Kolde bei seinen Ausführungen zum Thema Modellprojekt Gelingende Kommunikation. Foto: Lebenshilfe

Geschäftsführer Thomas Kolde bei seinen Ausführungen zum Thema Modellprojekt Gelingende Kommunikation. Foto: Lebenshilfe

NORDHORN Gut 60 Teilnehmer blickten bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Lebenshilfe Grafschaft Bentheim auf das Geschäftsjahr 2020 zurück.

Eingangs schilderte der Vereinsvorsitzende Dirk de Boer anhand seiner eigenen Geschichte, wie wichtig das Einstehen für das Grundrecht auf Kommunikation ist. Er erzählte davon, dass seine mehrfach-behinderte Tochter in dieser Wahlperiode das erste Mal wählen durfte. Nur mithilfe von Gebärden, Sprachcomputern und anderen Hilfsmitteln kann ihre Stimme und die all jener, die nicht sprechen können, überhaupt gehört werden. Damit führte er in das zentrale Thema dieser Mitgliederversammlung und auch des Geschäftsberichts ein: Gelingende Kommunikation. Denn die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft - die Inklusion - ist der Leitgedanke der UN-Behindertenkonvention.

Im Dezember 2014 hat die Lebenshilfe gemeinsam mit sieben Trägern der Eingliederungshilfe mit dem Modellprojekt Gelingende Kommunikation begonnen. „Wir sind hier neue Wege gegangen, um Barrieren abzubauen - nicht nur in den Köpfen“, bringt es Thomas Kolde auf den Punkt. Dass dieses Ziel trotz der Pandemie durch zahlreiche Fortbildungen, Beratungstermine für Betroffenen und Materialanfertigungen vorangebracht werden konnte, sei nur mit der Unterstützung der Mitarbeiter, der treuen Spender, Mitglieder und Kooperationspartner möglich gewesen, betonte der Geschäftsführer. Seit 2019 setzt die Lebenshilfe in einem von der Aktion Mensch geförderten Nachfolgeprojekt die erarbeiteten Konzepte um. Katrin Hinternesch ist Projektkoordinatorin für das Projekt Gelingende Kommunikation. In einem Kurzvortrag führte sie die Zuhörer in die Thematik ein, beschrieb das Projekt und die fünf Standards, die darin festgelegt wurden. Vor allem stellte sie den Zuschauern ganz konkrete Biografien vor. Eindrücklich erzählt sie von einzelnen Menschen, die durch das Projekt in ihrer Kommunikationsfähigkeit unterstützt werden konnten. Diese Geschichten lassen sich auch in dem Geschäftsbericht 2020 nachlesen, der auf der Website der Lebenshilfe Nordhorn zu finden ist.

Graphisch sehr anschaulich aufgearbeitet berichtete der Geschäftsführer über die Entwicklung der Lebenshilfe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020. Rund 2200 Menschen mit einer Behinderung und ihre Familien wurden in den verschiedenen Bereichen gefördert, betreut und therapiert. Mit über 900 Mitarbeitern ist die Lebenshilfe als soziales Dienstleistungsunternehmen einer der größten Arbeitgeber in der Grafschaft Bentheim. Die wirtschaftliche Situation der Lebenshilfe sei auch im Geschäftsjahr 2020 trotz der Pandemie stabil. Die alljährliche Haussammlung durfte pandemiebedingt nicht in gewohnter Form stattfinden. Statt persönlich von Haus zu Haus zu gehen, verteilten die Haussammler der Lebenshilfe Spendenformulare direkt in den Briefkästen. Trotzdem konnte für den neuen Spielplatz mit Rollenspielbereich der heilpädagogischen Kindertagesstätte Regenbogen in Nordhorn ein Erlös von 22.740 Euro erzielt werden.

Nach jahrzehntelangem Engagement wurden aus privaten Gründen Gesine Heddendorp und Johann Diekjakobs aus der Vorstandstätigkeit verabschiedet. Zwei neue wurden gewählt: Lasse Naber und Tobias Jung. Dem Vorstand erhalten bleiben weiterhin Dita Büter, Dr. Jörg Langlitz, Dr. Konrad Schoppmeyer, Charlotte Ruschulte, Thomas Bastian, Gabi Holtschulte, Dr. Michael Kiehl, Dietrich Steggewentz und Dirk de Boer.

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