23.08.2021, 13:40 Uhr

Landrat lädt Grafschafter Katastrophenhelfer zum Dialog ein

Bei Übungen des Katastrophenstabes im Kreishaus, hier eine Aufnahme aus dem Oktober 2016 anlässlich der Hochwasserschutzübung „Grenzenloser Regen“, werden am grünen Tisch Kommunikationsstrukturen erprobt, um im Ernstfall das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte reibungslos koordinieren zu können. Archivfoto: Konjer

Bei Übungen des Katastrophenstabes im Kreishaus, hier eine Aufnahme aus dem Oktober 2016 anlässlich der Hochwasserschutzübung „Grenzenloser Regen“, werden am grünen Tisch Kommunikationsstrukturen erprobt, um im Ernstfall das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte reibungslos koordinieren zu können. Archivfoto: Konjer

Nordhorn Aus Erfahrungen für den Fall der Fälle lernen – so oder ähnlich könnte das Motto einer Veranstaltung vom vergangenen Montag im Kreishaus gelautet haben. Landrat Uwe Fietzek hatte die Hilfsorganisationen, die im Katastrophengebiet im Raum Ahrweiler im Einsatz gewesen waren, zu einem Treffen gebeten. „Mir geht es darum, den Katastrophenschutz noch stärker als zuvor in den Fokus zu rücken“, begrüßte Fietzek Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft, des Malteser Hilfsdienstes, des Technischen Hilfswerkes und der Feuerwehr. Für die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim lag zunächst ein Einsatzbefehl vor, der allerdings im späteren Verlauf in einen Voralarm umgewandelt wurde.

Berichte aus dem Krisengebiet

Die Grafschafter Katastrophenschutzeinheiten berichten ausführlich von ihren Einsätzen. Diese waren durch das Kompetenzzentrum Großschadenslagen (KomZ) im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport koordiniert worden. Die einzelnen Katastrophenschutzeinheiten wurden über ihre Landesverbände in den Einsatz entsendet. Vor Ort waren sie mit den vielfältigsten Einsatzaufträgen im Schadensgebiet betraut, sei es mit dem Aufbau und dem Betrieb eines Betreuungsplatzes, der Erkundung von Ortschaften, dem Sanitätsdienst oder mit dem Auspumpen von Kellern. Spurlos vorbei ging das dort Erlebte an den Einsatzkräften nicht. Mitunter belastende Bilder brannten sich ins Gedächtnis. In solchen Fällen stehen dann organisationsinterne Nachsorgemöglichkeiten, die sogenannte psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte, bereit.

Von Einsatzerfahrungen lernen

Landrat Uwe Fietzek und Dezernentin Dr. Elke Bertke zeigten sich beeindruckt von den Schilderungen vom Einsatz im Katastrophengebiet um Ahrweiler. „Von den Einsatzerfahrungen der Organisationen können wir alle nur lernen. Daher ist ein solcher Austausch unglaublich wichtig“, so Dezernentin Dr. Bertke. Wichtige Themen und Hinweise während der Diskussion waren die Sicherstellung der Kommunikationsinfrastruktur im Katastrophenfall, die Gewährleistung eines starken Katastrophenschutzstabes, eine Kontinuität der Verwaltungsstellen im Bereich Brand- und Katastrophenschutz, aber auch die Möglichkeiten der Koordination von Spontanhelfern.

Erkenntnisse für die Grafschaft nutzen

Mit dem neuen Haushalt für das Jahr 2022, so das Ansinnen des Landrates, sollen gleich auch neue Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte für den Grafschafter Katastrophenschutz auf den Weg gebracht werden: „Wir müssen diese Erkenntnisse aus dem Einsatz für uns nutzbar machen. Damit können wir den Katastrophenschutz in der Grafschaft Bentheim weiter entwickeln.“

Landrat Fietzek dankte den Hilfsorganisationen nicht nur für deren Hilfe in Ahrweiler, sondern auch für den Austausch, und versprach, dass der Veranstaltung weitere folgen sollen. „Man darf sich da nichts vormachen. Ereignisse ähnlich wie in Ahrweiler könnten auch die eigene Region treffen“, so Fietzek abschließend.

Ems-Vechte