17.09.2021, 12:20 Uhr

Kunstpreisträger stellt sein Werk in Städtischer Galerie aus

Eines der Exponate des Künstlers Andreas Koch trägt den Titel „Mein Balkongeländer“. Dabei handelt es sich um eine Skulptur aus verzinktem Stahl, die die zweifache Vergrößerung seines Balkongitters darstellt. Foto: Koch

Eines der Exponate des Künstlers Andreas Koch trägt den Titel „Mein Balkongeländer“. Dabei handelt es sich um eine Skulptur aus verzinktem Stahl, die die zweifache Vergrößerung seines Balkongitters darstellt. Foto: Koch

Nordhorn „Manchmal ist es besser, nach draußen zu gehen“ titelt die kommende Ausstellung, die in Kürze in der Städtischen Galerie Nordhorn, Vechteaue 2, zu sehen sein wird. Die Einzelausstellung des Künstlers Andreas Koch, der 2020 mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn ausgezeichnet wurde, wird am kommenden Freitag, 24. September, um 19 Uhr mit der Verleihung des Kunstpreises durch Bürgermeister Thomas Berling eröffnet.

Andreas Koch, geboren 1970 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin bei Dieter Appelt und Christiane Möbus und machte 1998 seinen Meisterschülerabschluss. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Koch auch Buchgestalter und Herausgeber der Zeitschrift “vonhundert“.

Dr. Thomas Niemeyer, Leiter der Städtischen Galerie Nordhorn, beschreibt den Künstler und sein Werk: „Die Kunst von Andreas Koch bewegt sich in einem komplexen Geflecht von Bild, Raum und Mensch. Ausgangspunkt für seine Erkundungen ist häufig das persönliche Umfeld von Wohnung oder Atelier sowie umgebene Stadtteile. Doch was zunächst als präzise Wiedergabe erscheint, offenbart häufig Täuschungen oder Widersprüche. Architekturen und städtebauliche Elemente werden stark vergrößert oder verkleinert, sodass der menschliche Maßstab nachhaltig irritiert wird. Fotografien und Videos erzeugen Perspektiven, die zwar denkbar erscheinen, jedoch in der Realität nicht möglich sind.“

Für die Ausstellung in Nordhorn konzentriert sich Andreas Koch auf eine Werkgruppe, die innerhalb seiner Arbeit seit Langem eine wichtige Rolle spielt. Die gezeigten Werke beschäftigen sich mit dem Motiv einer Wohnung in Ost-Berlin, in die Koch 1993 als junger Kunststudent einzog. Die Ausstellung umfasst verschiedene Techniken – von Bleistiftzeichnungen über großformatige Fotografien bis hin zu Skulptur und Video. „Eine Wiedererkennbarkeit oder ein Stil ist nicht auszumachen“, erläutert Galerieleiter Dr. Thomas Niemeyer, „vielmehr untersucht Koch anhand seiner unmittelbaren Umgebung Formen der visuellen Wahrnehmung sowie deren kognitive Verarbeitung und Speicherung. Die Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Maßstäben fordern dabei die eigene aktive Wahrnehmung der Betrachter heraus. Andreas Kochs filmische und fotografische Arbeiten vollziehen sowohl mögliche als auch unmögliche Blicke nach. Sie führen multiperspektivisch und scheinbar endlos scharf in Bildräume, die so nur im Kopf existieren und genau deshalb umso realistischer erscheinen.“ Die erstmals in einer Ausstellung zusammengefassten Exponate sind über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren entstanden, somit ließen sich auch wichtige Entwicklungsprozesse im Werk des Künstlers nachvollziehen.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Land Niedersachsen und den Förderkreis Städtische Galerie Nordhorn.

Die Städtische Galerie weist Besucher darauf hin, dass für die Ausstellungseröffnung die sogenannte 3G-Regel gilt. Weitere Informationen, auch zu den derzeit geltenden Corona-Schutzmaßnahmen, sind online auf www.staedtische-galerie.nordhorn.de nachzulesen.

Andreas Koch: „Wohnzimmer“; 2008; C-Print auf Aludibond; 245×115 cm.Foto: Koch

Andreas Koch: „Wohnzimmer“; 2008; C-Print auf Aludibond; 245×115 cm.Foto: Koch

Andreas Koch: „Eine Falte meines Kopfkissens im Maßstab 20:1“; 1998, MDF, Flugzeugsperrholz, Siebdruck; 120x160x130 cm. Foto: Koch

Andreas Koch: „Eine Falte meines Kopfkissens im Maßstab 20:1“; 1998, MDF, Flugzeugsperrholz, Siebdruck; 120x160x130 cm. Foto: Koch

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