05.11.2019, 05:00 Uhr

Kunstausstellung in der Burg Bentheim

Werke sind bis 19. Januar 2020 zu sehen.

Raum für Gedankenexperimente bieten die Kunstwerke von Riet Wijnen. Foto: privat

Raum für Gedankenexperimente bieten die Kunstwerke von Riet Wijnen. Foto: privat

Ihre Arbeiten verführen nicht nur zum träumerischen Betrachten, vielmehr möchte die niederländische Künstlerin Riet Wijnen mit ihren Werken zu historischen und soziopolitischen Gedankenexperimenten anregen. Mit ihrem Wirken qualifizierte sich die 1988 im niederländischen Venray Geborene als Ruisdael-Stipendiatin 2019. Ihre aktuelle Ausstellung wurde vor Kurzem in der Burg Bentheim eröffnet.

Das Ruisdael-Stipendium ist ein Ausstellungsprojekt für junge Künstler, das dem internationalen kulturellen Austausch gewidmet ist. Es entstand in Zusammenhang mit dem Werk „Residual“ von Willem de Rooij für das Skulpturenprojekt kunstwegen/raumsichten im Jahr 2012 auf der Burg Bentheim.

Riet Wijnen beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte und den Formen von Abstraktion – sowohl als künstlerischem Prinzip als auch in verschiedenen anderen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft, der Philosophie und dem Aktivismus. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen ein breites Spektrum von Skulptur über Grafik bis hin zu Texten.

Wijnens 2015 begonnene Werkreihe „Sixteen Conversations on Abstraction“ (Sechzehn Gespräche über die Abstraktion) arbeitet mit der Schaffung eigentlich unmöglicher Situationen, um die Vermischung unterschiedlicher Ideen und Perspektiven zu realisieren. Die zentrale Struktur des Projekts ist eine Reihe von fiktiven Gesprächen zwischen Personen, die es gab, die sich aber nie begegneten, wie die Akademikerin, Professorin und Aktivistin Silvia Federici (1924), der Philosoph Thomas Metzinger (1958), der Verein Création (1932–1936), der modernistische Künstler Marlow Moss (1889–1958) und Grace Crowley (1890–1979).

Daneben besteht das Hauptorganisationsprinzip des Zyklus aus sechzehn daraus folgenden Werken und einer Skulptur, die die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Gesprächen abbildet. Diese drei Elemente bilden zusammen einen abstrakten Raum für Charaktere, Orte und Themen, in dem der Begriff Abstraktion aus verschiedenen Perspektiven untersucht wird.

Die Werke von Riet Wijnen sind bis zum 19. Januar 2020 täglich von 10 bis 17 Uhr in der Burg Bad Bentheim zu sehen. Letzter Einlass ist jeweils um 16 Uhr. Sponsoren sind der „Mondriaan Fonds“, der Verein „Emsländische Landschaft“, der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt Nordhorn sowie kunstwegen EWIV.

Weitere Informationen gibt es online auf www.ruisdaelstipendium.org, www.kunstwegen.org und www.burg-bentheim.de sowie beim Leiter der Städtischen Galerie Nordhorn/kunstwegen, Thomas Niemeyer, unter der Telefonnummer 05921 971100 oder per E-Mail an kontakt@staedtische-galerie.nordhorn.de.