Grafschafter Nachrichten
25.03.2019

Kultusminister zeichnet Bentheimer Burg-Gymnasium aus

Kultusminister zeichnet Bentheimer Burg-Gymnasium aus

Kultusminister Grant Hendrik Tonne übergab jetzt die Auszeichnung an Johanna Schute, Schulleiterin des Burg-Gymnasiums Bad Bentheim. Foto:privat

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne verlieh dem Burg-Gymnasium eine Auszeichnung für die besonders erfolgreiche Teilnahme am Programm „Erasmus+“ der Europäischen Union.

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne verlieh dem Burg-Gymnasium eine Auszeichnung für die besonders erfolgreiche Teilnahme am Programm „Erasmus+“ der Europäischen Union. Das Burg-Gymnasium erreichte mit seinem Projekt „Ausbau des Europa-Profils sowie Stärkung der interkulturellen und fremdsprachlichen Kompetenzen“ niedersachsenweit die höchste Punktzahl.

Mit der Eurovisions-Hymne, dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, eröffnete das Schulorchester unter der Leitung von Tomke Boomgaarden die Feierstunde, die fast eine Vollversammlung des Burg-Gymnasiums war; sämtliche Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis elf fanden im Forum ein. Die Gäste begrüßte über ein Dutzend Schüler in verschiedenen europäischen Sprachen, selbst als sperrig geltende Idiome wie Ungarisch oder Estnisch waren dabei.

Anschließend erläuterte Schulleiterin Johanna Schute das ausgezeichnete Projekt des Burg-Gymnasiums, das zu den sogenannten Mobilitätsprojekten im Programm „Erasmus+“ der Europäischen Union zählt. Damit soll internationaler Austausch gefördert werden, Lehrkräfte und Schulleitungen sollen Fortbildungen erfahren, so dass sie ihre ganze Schule weiterentwickeln können und alle profitieren. Ziel des Projekts sei es gewesen, das europäische Bewusstsein zu steigern, interkulturelle und fremdsprachliche Kompetenzen zu stärken. Dazu seien sieben Lehrkräfte zu Fortbildungen nach England, Italien und Slowenien gegangen. Auch die hätten Nutzen daraus gezogen: etwa im Seminarfach „European Politics“ (mit der Fächerverbindung Englisch/Politik), beim sogenannten „eTwinning“, einer elektronischen Plattform zur Kommunikation und Kooperation mit anderen Schulen, bei der sogenannten „Euroscola“, bei der Schüler in die Arbeit des Europäischen Parlaments in Straßburg eintauchten, oder bei den beiden Europa-Projektwochen vor Ort.

Die Direktorin Schute umriss auch die weiteren Aktionen des Europa-Profils am Burg-Gymnasium: Das zweite Projekt bei „Erasmus+“ habe sich mit dem Ausbau digitaler Lernformen befasst. Ein drittes Projekt namens „Happy School“ sei beantragt. Es solle das „Wir-Gefühl“ an der Schule stärken, der Persönlichkeitsbildung dienen und europäischen Zusammenhalt fördern. Außerdem habe das Burg-Gymnasium eine Schulpartnerschaft beantragt, die zum Austausch mit irischen und belgischen Schülern führen solle. Besonderen Dank sprach die Direktorin an die Englischlehrerin Daniela Braun aus, die sich vielfach für das Europaprofil der Schule engagiert habe.

Landrat Friedrich Kethorn gratulierte der Schule zur Auszeichnung des Projekts. Er lobte die europäische Grundhaltung des Burg-Gymnasiums, freute sich über die Schüler, die „Optimismus“ ausstrahlten, und appellierte an den Kultusminister, seine Schulpolitik an ihnen auszurichten. Kethorn betonte, dass die Grafschaft schon seit Langem in der Euregio die Zusammenarbeit mit niederländischen Freunden pflege, dass Grenzen hier nichts Trennendes hätten.

Nach den beiden Reden brachten Schülerinnen des Burg-Gymnasiums vier europäische Tänze auf die Bühne – vom schottischen Volkstanz bis zum griechischen Sirtaki reichte die West-Ost-Spanne. Einstudiert hatten sie sie mit den Sportlehrerinnen Birte Moss und Marion Rodefeld-Honerkamp.

Dass auch alle Schüler an „Erasmus+“ teilnehmen, zeigte ein Film zu den ersten Europa-Projekttagen 2017: Kunst, Musik, Sport, Kleidung, Umweltschutz oder Ernährung waren wichtige Themen, mit denen sie sich je nach Interesse auseinandersetzten.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betonte in seiner Rede, dass Europa ein ganz aktuelles Thema sei. Er forderte die Schüler auf, sich für Europa und seine Werte einzusetzen und sie nicht „einfach hinzunehmen“. Am Beispiel des Brexit könne man sehen, was passiere, wenn junge Erwachsene gedankenlos nicht zur Abstimmung gingen und sich dann am Tag danach wunderten, dass der EU-Austritt beschlossen sei, den sie nicht gewollt hätten. Insofern appellierte Tonne an die Anwesenden, auch die Europawahl ernst zu nehmen und sich daran zu beteiligen.

Das Burg-Gymnasium lobte der Kultusminister für sein „bemerkenswert gutes europäisches Profil“. Er dankte der Schule für ihr europäisches Engagement und ermutigte sie, so weiterzumachen. Er meinte, die Schüler könnten stolz darauf sein, eine Schule zu besuchen, die mit ihrem Europa-Projekt 96 von 100 Punkten erreicht hätte, denn schon ab 85 Punkten würden alle Beteiligten in der Jury „in Verzückung geraten“. Dann überreichte Minister Tonne Direktorin Schute die offizielle Urkunde: das Erasmus+-Qualitätssiegel. Das Schulorchester spielte zum Schluss „Happy“ von Pharrell Williams.

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