11.03.2022, 16:56 Uhr

Kreistag verabschiedet Resolution zum Krieg in der Ukraine

„Der Kreistag steht hinter der Forderung der Bundesregierung: Dieser Krieg muss sofort enden“, lautet die Kernaussage der Resolution. Foto: Berends

© Berends, Andre

„Der Kreistag steht hinter der Forderung der Bundesregierung: Dieser Krieg muss sofort enden“, lautet die Kernaussage der Resolution. Foto: Berends

Nordhorn Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich mit einer Resolution zum Krieg in der Ukraine geäußert. Bestürzt über die aktuelle Situation in der Ukraine bekundete der Kreistag am Donnerstag einstimmig Mitbürgern ukrainischer Nationalität und ihren Angehörigen sein Mitgefühl und kündigt zudem an, den Geflüchteten umfassende Hilfe und Schutz zu bieten. Seine Haltung formuliert der Kreistag wie folgt:

„Wir Mitglieder des Grafschafter Kreistags sind bestürzt und fassungslos über den rücksichtslosen und vernichtenden Angriffskrieg Wladimir Putins in der Ukraine. Nach über 70 Jahren Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg herrscht in Europa nun wieder Krieg. Dieser Angriff zieht Millionen Menschen in Mitleidenschaft. Der Krieg bringt Tod und Leid über die Bevölkerung der Ukraine. Wladimir Putin hat sich trotz aller diplomatischen Bemühungen bis heute nicht von seinem Vorhaben abbringen lassen.

Der Landkreis Grafschaft Bentheim ist in diesen Tagen mit den Gedanken bei den Menschen in der Ukraine. Wir denken auch an die Grafschafter Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ukrainischer Nationalität sind und die Verwandte, Bekannte und Freunde in der Ukraine haben und über deren Schicksal im Ungewissen sind. Sie sind in diesen Tagen in großer Sorge und müssen tatenlos zusehen, wie ihren Landsleuten großes Leid zugefügt wird. Denjenigen, die bereits Angehörige oder Freunde verloren haben, wünschen wir viel Kraft. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl.

In der Grafschaft lebt ebenfalls eine große Zahl an Mitbürgerinnen und Mitbürgern russischer Nationalität. Darunter sind Menschen, die wir schon lange persönlich kennen und mit denen wir befreundet sind. Wir lassen keinen Keil zwischen uns treiben! Wir denken dabei genauso an unseren russischen Partnerlandkreis Slawsk. Wir wissen, dass viele russische Bürgerinnen und Bürger den Krieg in der Ukraine ablehnen und sich nichts mehr als ein Schweigen der Waffen wünschen. Auch sie wollen den Krieg gegen ihr Nachbarvolk nicht. Es ist nicht ihr Krieg.

Der notleidenden Bevölkerung vor Ort muss unverzüglich geholfen und die vielen Geflüchteten in den Ländern der EU aufgenommen werden. Wir begrüßen die Anstrengungen der Bundesregierung, kurzfristig Maßnahmen für Frieden und Freiheit angestoßen zu haben. Wir bekräftigen, der ukrainischen Bevölkerung zur Seite zu stehen, ihnen Hilfe und Schutz zu bieten und sie bei uns aufzunehmen. Wir danken den privaten Initiativen über konkrete Hilfen vor Ort und die Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland. Gleichzeitig trifft die Grafschaft Vorbereitungen zur Aufnahme von zivilen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und wird durch Spendenaufrufe Hilfe vor Ort, ob in der Ukraine oder angrenzenden Staaten entsprechend unterstützen.

Der Grafschafter Kreistag steht hinter der Forderung der Bundesregierung. Dieser Krieg muss sofort enden.

Der Kreistag bekräftigt hier und heute, auch im Namen der Grafschafter Bürgerinnen und Bürger, möglichst umfassende Hilfen für die Kriegsflüchtlinge zur Verfügung zu stellen.“