27.09.2022, 17:22 Uhr

KSB besorgt: Schwache Testergebnisse bei Grafschafter Kindern

Der Kreissportbund ist alarmiert. Studien zeigen: In der Grafschaft Bentheim und im Emsland steigen die Zahlen übergewichtiger Kinder. Foto: dpa

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Der Kreissportbund ist alarmiert. Studien zeigen: In der Grafschaft Bentheim und im Emsland steigen die Zahlen übergewichtiger Kinder. Foto: dpa

In der Grafschaft Bentheim und im Emsland steigen die Zahlen übergewichtiger Kinder. Auch zunehmende Schwächen in der motorischen Leistungsfähigkeit von Grundschülern sind erkennbar. Das geht aus mehreren Studien hervor, die der Kreissportbund (KSB) Grafschaft Bentheim in Kooperation mit dem sportwissenschaftlichen Institut der Universität Münster erhoben hat. Der örtliche Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann (CDU) sprach im Rahmen seiner Themenwoche „Jugend und Familie nach Corona“ mit dem KSB. Stegemann zeigt sich besorgt von den Studienergebnissen und kündigt an, sich selbst für Verbesserungen einzusetzen.

An der Erststudie aus 2019/2020 haben unmittelbar vor der Corona-Pandemie 32 Grundschulen aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim teilgenommen. Insgesamt wurden fast 1.000 Schülerinnen und Schüler aus der dritten Jahrgangsstufe getestet. Im Jahr 2021 sowie aktuell laufend in 2022 konnten die Motorik-Testungen im Rahmen des Programms „Grafschaft Sportlichter“ des KSB an zehn Grundschulen mit insgesamt ca. 500 Schülerinnen und Schüler fortgeführt werden.

Die Studienergebnisse zeigen, inwiefern die Pandemie einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder gehabt hat. Die Grafschafter Drittklässlerinnen und Drittklässler weisen insgesamt einen Übergewichtsanteil von 31,1 % aus. Im Schnitt ist somit fast jedes dritte Kind pro Klasse übergewichtig. Damit liegt die Grafschaft, was den BMI betrifft, deutlich über dem Bundesdurchschnitt für diese Altersgruppe. Besonders alarmierend ist die mit 10,4% zu hohe Anzahl der adipösen Kinder, da hier von einem stark gesundheitsgefährdenden Gewichtszustand ausgegangen werden kann.

Der Geschäftsführer des KSB Grafschaft Bentheim, Frank Spickmann, zeigt sich von den Ergebnissen alarmiert: „Zu viele Kinder sind übergewichtig, weil sie sich falsch ernähren und zu wenig bewegen. Waren die Ergebnisse bereits vor der Pandemie schwach, so haben sich diese insbesondere in den Bereichen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit noch weiter verschlechtert. Im Rahmen des Programms Grafschafter Sportlichter konnten wir bereits aufzeigen, dass gezielter Förder- und Forderunterricht beispielsweise im Ganztag deutliche Verbesserungen herbeiführen kann.“

Auch Albert Stegemann ist besorgt und möchte sich verstärkt engagieren: „Diese Studie ruft zum Handeln auf. Unsere Kinder müssen sich ausgewogener ernähren und wieder mehr bewegen. Viele junge Menschen essen in Schulkantinen. Dieses Mittagessen muss gesund, preislich erschwinglich und lecker sein. Dafür werde ich mich sofort in enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Sport- und Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag verstärkt einsetzen.“ Stegemann ist aktuell ernährungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und damit Teil des Fraktionsvorstands.

Sowohl Albert Stegemann als auch die Vertreter des KSBs waren sich abschließend einig, dass dringend etwas passieren müsse, um diesem negativen Trend entgegenzuwirken. Schnelle Lösungen dürften nicht im Rahmen von Zuständigkeitsgerangel zwischen Bund, Land oder Kommunen auf der Strecke bleiben. Studien zeigen, dass die deutschen Kantinen und Mensen noch Verbesserungspotenzial in Sachen gesunder Ernährung aufweisen. Sportliche Aktivität dagegen hat bereits in jungen Jahren einen positiven Einfluss auf Körpergewicht, Skelett und Muskelsystem. Bewegung leistet in jungen Jahren einen wichtigen Beitrag zur sozialen und psychischen Gesundheit.