15.07.2021, 10:35 Uhr

Kreis-SPD stellt Wahlprogramm vor

Die Delegierten der Grafschafter SPD stimmten während eines Parteitages über das Programm ab. Foto: Wohlrab

Die Delegierten der Grafschafter SPD stimmten während eines Parteitages über das Programm ab. Foto: Wohlrab

Nordhorn Auf ihrem Parteitag in Nordhorn hat die SPD auf Kreisebene ein Programm verabschiedet mit Forderungen zu Themen von Bildung, Tourismus, Soziales bis hin zur Wasserstoffstrategie.

Für die Jugend fordert die SPD mehr Teilhabe, zum Beispiel über Jugendparlamente und Jugendhearings. Der Campus Berufsschule müsse mit Nachdruck entwickelt werden. Eine Kooperation mit den Hochschulen in der gesamten Grenzregion müsse endlich geprüft werden. Die Grafschafter Kulturszene muss nach Meinung der SPD viel besser vernetzt und ausgebaut werden. Die Nachbarschaft zu den Niederlanden könne ein Merkmal werden. „Kultur für alle“ sei dabei Qualitätsmerkmal. Die Emsländische Landschaft müsse endlich den Schwerpunkt auf die Grafschaft entwickeln als „Ems-Vechte-Landschaft“, so der Vorschlag der SPD.

Eine breite Debatte nahm die Klimagerechtigkeit ein. Hier sieht die SPD klare Chancen für die Grafschaft. Klimaneutralität bis 2040 wird gefordert, hier positionierten sich vor allem die Jusos deutlich. Dazu soll beispielsweise die Windenergie ausgebaut werden, sei es durch Repowering, sei es durch Ausbau auf geeigneten Flächen. Ein „Grafschafter Bündnis“ unter Regie des Landkreises soll die Akteure aus Landwirtschaft und Naturschutz zusammenführen, so die Idee der SPD.

Die Kreis-SPD spricht sich deutlich gegen ein Atommüll-Endlager in der Grafschaft aus. Gleichzeitig wurde „die wissenschaftlich solide Vorgehensweise“ bei der Endlager-Suche ausdrücklich gewürdigt. Die Lage der Grafschaft in der Nachbarschaft zu den Niederlanden biete noch weit mehr Chancen für Tourismus, Arbeitsmarkt und Vorsorge als zurzeit genutzt. Hier sieht die SPD einen Standortvorteil. Eine Grafschaft-App wird gefordert: Angebote in Tourismus und Nahverkehr, Marketing und gerne auch von privaten Anbietern werden Gästen wie Grafschaftern übersichtlich dargestellt, können gebucht und bezahlt werden. Die SPD fordert ein Sozialticket für den öffentlichen Nahverkehr, damit sich alle den Bus oder Zug zum Arztbesuch leisten können. Dort, wo die Ärzteversorgung auf Sicht gefährdet ist, will die SPD medizinische Versorgungszentren initiieren.

Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kreistagswahl am 12. September waren bereits am 13. März nominiert worden.

Ems-Vechte