19.03.2019, 13:00 Uhr

Konfessionslosigkeit als Herausforderung für die Kirche

Erstmals trafen sich gemeinsam die Beauftragten für Konfessionsökumene und für Weltanschauungsfragen aus den lutherischen Sprengeln Osnabrück und Ostfriesland-Ems im Kloster Frenswegen.

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (2.v.r.) und Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier (4.v.r.) trafen sich erstmals gemeinsam mit den Beauftragten für Konfessionsökumene und für Weltanschauungsfragen aus dem Haus kirchlicher Dienste Hannover und den beiden Sprengeln im Kloster Frenswegen (von links nach rechts): Woldemar Flake (Hannover), Konrad Pfannkuche (Emsland-Bentheim), Udo Joswig (Emden-Leer), Andreas Pöhlmann (Bramsche), Jürgen Schnare (Hannover), Joachim Jeska (Osnabrück), Hartmut Heyl (Osnabrück), Christina Ackermann-Döpke (Osnabrück), Hartmut Giesecke von Bergh (GAW-Osnabrück), Thomas Henneberger (Aurich), Erik Neumann (Dissen), Thomas Arens (Harlingerland), Dr. Thies Jarecki (Syke-Hoya), Detlef Korsen (Syke-Hoya) und Ulrich Hirndorf (Emsland-Bentheim). Foto: Brigitte Neuhaus

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (2.v.r.) und Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier (4.v.r.) trafen sich erstmals gemeinsam mit den Beauftragten für Konfessionsökumene und für Weltanschauungsfragen aus dem Haus kirchlicher Dienste Hannover und den beiden Sprengeln im Kloster Frenswegen (von links nach rechts): Woldemar Flake (Hannover), Konrad Pfannkuche (Emsland-Bentheim), Udo Joswig (Emden-Leer), Andreas Pöhlmann (Bramsche), Jürgen Schnare (Hannover), Joachim Jeska (Osnabrück), Hartmut Heyl (Osnabrück), Christina Ackermann-Döpke (Osnabrück), Hartmut Giesecke von Bergh (GAW-Osnabrück), Thomas Henneberger (Aurich), Erik Neumann (Dissen), Thomas Arens (Harlingerland), Dr. Thies Jarecki (Syke-Hoya), Detlef Korsen (Syke-Hoya) und Ulrich Hirndorf (Emsland-Bentheim). Foto: Brigitte Neuhaus

„Durch diese Zusammensetzung bekam die Tagung einen erweiterten Blickwinkel und war bereichernd in ihrem Austausch“, freute sich Regionalbischof Klahr, der mit Regionalbischöfin Birgit Klostermeier in die Grafschaft eingeladen hatte. Zur Freude von Studienleiter Ulrich Hirndorf, der gleichzeitig Ökumenebeauftragter des Kirchenkreises Emsland-Bentheim ist: „Das Kloster Frenswegen mit seinen sechs Konfessionen ist für diese wichtige Frage nach dem Dialog der Kirche mit Konfessionslosen traditionell der geeignete Tagungsort. Hier begegnen sich seit 40 Jahren mehr oder weniger konfessionell geprägte Menschen und sind in unterschiedlichsten Themenforen in einem lebhaften Austausch.“ Die Thematik sei angesichts der unaufhaltsam fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaft eine Herausforderung für die Arbeit in den Gemeinden, sagte Landessuperintendentin Klostermeier.

„Vielleicht muss man konfessionslos denken lernen, um Anknüpfungen zu finden“, stellte die lutherische Theologin fest. Konfessionslosigkeit gehöre zur Signatur der westlichen Gesellschaften, führte auch Pastor Woldemar Flake, Beauftragter für Ökumene im Haus kirchlicher Dienste Hannover aus. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Pastor Jürgen Schnare (Beauftragter für Weltanschauungsfragen), skizzierte er die Verschiebungen und den Wandel der religiösen Gesellschaft, vornehmlich mit Blick auf Deutschland. Der Traditionsabbruch setze sich in den Familien fort. In den kommenden Jahren werden 35 bis 40 Prozent der deutschen Bevölkerung konfessionslos sein, zitierte Flake die Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2016 „Areligiosität als Standard - Wer sind die Konfessionslosen?“. Es gebe keine Wiederkehr des Religiösen, Gleichgültigkeit gegenüber der Religion und Verlust des Kontaktes zur Religion liefen parallel, betonte Flake.

Der lebhafte Austausch in großer Runde warf viele Fragen auf nach Kontaktpunkten, Anknüpfungschancen und nach Orientierung. Es wurden Fragen gestellt nach der Bedeutung der Konfessionslosigkeit in der Gemeinde mit Blick auf Taufe, Konfirmation und das Patenamt. Dass Zuhören und Hinhören oft ein erster Ansatzpunkt seien, berichtete Pastor Thomas Arens aus Esens (Kirchenkreis Harlingerland). Als weiteres Beispiel für einen gelingenden Kontakt beschrieb Pastor Erik Neumann (Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte) seine Erfahrungen als Kite-Trainer mit dem Angebot der Kite-Camps. Christen müßten authentisch dort ihr Christsein leben, wo auch konfessionslose Menschen seien, so der sportliche Geistliche. Informationen zu den Kite-Camps im Internet unter www.Ewigkite.de.