21.12.2019, 09:00 Uhr

Kloster Frenswegen: Ort der Besinnung und Begegnung

Das neue Programm der Stiftung Kloster Frenswegen für das kommende Jahr liegt vor. Es gilt von Januar bis Juli. Das Kloster Frenswegen versteht sich als Ort der Besinnung, Bildung und Begegnung.

Das Kloster Frenswegen bietet den Besuchern einen Ort der Ruhe, des Miteinanders und der anregenden Gedanken. Foto: Westdörp

Das Kloster Frenswegen bietet den Besuchern einen Ort der Ruhe, des Miteinanders und der anregenden Gedanken. Foto: Westdörp

In diesem Sinne haben die Moderatoren Reiner Rohloff (evangelisch-reformiert), Dr. Stephanie van de Loo (römisch-katholisch) und Pastor Ulrich Hirndorf (evangelisch-lutherisch) für die erste Hälfte des kommenden Jahres ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das bewährte Angebote weiterführt, aber auch Neues bietet. Zu den bewährten Angeboten gehören beispielsweise die Meditation im Stil des Zen jeden zweiten Dienstag im Monat von 19 bis 20.30 Uhr, und die Einführung in das Herzensgebet zu folgenden fünf Terminen: 10., 17. und 24. Februar, 2. und 9. März jeweils von 19 bis 20.30 Uhr. Anmeldungen sind bis 3. Februar möglich. Ein weiterer Klassiker ist der von Pastor Reiner Rohloff geleitete Gesprächskreis Männer-Spirit. Aus Männersicht wird über Themen wie Spiritualität, Geist und Seele, Verantwortung, Ausgleich und Entspannung, Rollenverständnis und Religion gesprochen.

Folgende Termine sind vorgesehen: 16. Januar, 19. März, 30. April und 25. Juni jeweils von 20 bis 21.30 Uhr. Verstärkt im Visier des Klosters ist auch das Thema Klima. So wird am 27. Februar die Aktion Klimafasten gestartet. Bis Montag, 30. März, sollen die Teilnehmer dieser Aktion gemeinsam entdecken, was jeder zum Klimaschutz beitragen kann, für sich oder in Gemeinschaft mit anderen, durch kleine Maßnahmen im Alltag. Die Veranstalter wollen dazu ermutigen, diese traditionelle Zeit des Verzichts und der Umkehr zu nutzen, um Gewohnheiten zu hinterfragen und Überflüssiges loszulassen. Im Rahmen der Aktion Klimafasten werden für alle Fastenwochen wechselnde Themenschwerpunkte gesetzt und Impulse zum eigenen Handeln aufgezeigt, in Form von Einzelveranstaltungen, Abendgebeten und der begleitenden Internetseite www.klimafasten.wir-e.de. Zu den Einzelveranstaltungen gehört ein Abend, der den Titel „Wertvoll leben ohne Plastik – 40 Tage Klimafasten“ trägt. Birgitta Bolte, Lektorin aus Rheine, berichtet, am 27. Februar, Beginn 19.30 Uhr, wie sie und ihre Familie es geschafft hat, weitestgehend Müll zu vermeiden.

Über Urban Gardening als Beitrag zum Klimaschutz referiert Dr. rer. nat. Silke Hirndorf, Biologin und Leiterin des Bibel- und Klostergartens, am 5. März, 19 Uhr. Am 26. März, 14 Uhr, wird ein Klimaspaziergang mit dem Revierförster Thomas Stribny angeboten, der sich über zwei Stunden erstreckt. Er informiert anschaulich über die Zusammenhänge von Wald und Klima und erläutert, was für Wälder im Klimawandel wichtig ist und wie man sie darauf vorbereiten kann. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang nicht fehlen darf sind die Insekten. So stehen sämtliche der 560 Wildbienenarten, die noch in Deutschland vorkommen, unter strengstem Naturschutz. Über Wildbienen als Garanten biologischer Vielfalt berichtet Dipl. Ing. Hermann Hunfeld aus Dortmund anhand konkreter Beispiele. Termin: 30. März, 19 Uhr.

Im Nachklang zum Karl Barth-Jahr wird es im Kloster Frenswegen eine Ausstellung über den Schweizer Karl Barth geben, der als der wohl bedeutendste Theologe des 20. Jahrhunderts gilt. Karl Barth brach mit der Theologie seiner Lehrer, die den Ersten Weltkrieg unterstützten. Mit seinen Römerbriefkommentaren (1919/1922) begründete er die Dialektische Theologie. 1934 verfasste er maßgeblich die Barmer Theologische Erklärung, begründete die Bekennende Kirche mit und rief ab 1938 alle Christen auch zum bewaffneten Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Nach 1945 setzte er sich stark für die Versöhnung mit den Deutschen, die Ökumene und eine umfassende Kirchenreform ein. 1947 verfasste er dazu das Darmstädter Wort mit. Ab 1950 bekämpfte er die deutsche Wiederbewaffnung. Ab 1957 rief er zum blockübergreifenden Widerstand gegen die atomaren Massenvernichtungswaffen auf. Im Kalten Krieg widersprach er kontinuierlich dem prinzipiellen Antikommunismus. Eingeleitet wird die Ausstellung durch den öffentlichen Vortrag „Gott, der ganz Andere. Karl Barth revisited“ am 14. Januar, 19.30 Uhr. Es referiert Prof. em. Dr. Michael Weinrich, Paderborn.

Ein weiterer Tipp aus dem Programm: Im Rahmen des Forums Juden / Christen liest Jennifer Teege aus ihrem Buch „Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen.“ Die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers ist geschockt, als sie mit 38 Jahren erfährt, dass ihr Großvater der brutale KZ-Kommandant Amon Göth ist. Im Film „Schindlers Liste“ ist er der Gegenpart des Unternehmers Schindler, der viele Juden vor dem Tod bewahrt. Das Buch macht eindrücklich die Belastung von Verwandten eines Massenmörders deutlich.

Nähere Informationen zum neuen Programm erfolgen über die Stiftung Kloster Frenswegen, Klosterstraße 9, 48527 Nordhorn, Telefon 05921 82330, Email info@kloster-frenswegen.de, Internet www.kloster-frenswegen.de.

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