22.07.2021, 14:00 Uhr

KBS Nordhorn erste „Faire Schule“ in Niedersachsen

Lena Schoemaker vom Arbeitskreis Eine Welt Nordhorn, Marlon Kolberg, ehemaliger Schülersprecher der Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen (KBS), und Björn Böhmer, Projektverantwortlicher der KBS, bei der Übergabe der Urkunde. Foto: Arbeitskreis Eine Welt

Lena Schoemaker vom Arbeitskreis Eine Welt Nordhorn, Marlon Kolberg, ehemaliger Schülersprecher der Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen (KBS), und Björn Böhmer, Projektverantwortlicher der KBS, bei der Übergabe der Urkunde. Foto: Arbeitskreis Eine Welt

Nordhorn Als erste Schule in Niedersachsen wurden die Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen Landkreis Grafschaft Bentheim (KBS) bereits im April 2020 offiziell zur „Fairen Schule“ ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe und Gratulation durch Lena Schoemaker vom Arbeitskreis Eine Welt Nordhorn, die dies stellvertretend für das Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationszentrum (EPIZ) - Zentrum für Globales Lernen in Berlin übernahm, fand nun im Juli in der Cafeteria der KBS statt.

Die Faire Schule ist ein Schulentwicklungsprogramm, welches darauf basiert, dass das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in der Schule umgesetzt und gelebt werden kann. Zudem stützt es sich auf einen fairen und respektvollen Umgang innerhalb der Schulgemeinschaft, sodass Schülerinnen und Schüler dazu bereit sind, sich mit Fragen globaler Gerechtigkeit auseinanderzusetzen und sich für mehr globale Gerechtigkeit einzusetzen. Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und umfasst drei Aspekte: demokratische Schulkultur, globales Lernen und Übernahme ökologischer Verantwortung.

Nachdem die Idee, Faire Schule zu werden, vom damaligen Sprecher der Schülervertretung (SV), Marlon Kolberg, in einer Sitzung der Schülervertretung im Sommer 2018 vorgestellt wurde, hatten sich die KBS Nordhorn auf den Weg gemacht. Es wurden Informationen hinsichtlich des Bewerbungsprozesses eingeholt und eine Steuerungsgruppe unter der Leitung von Marlon Kolberg und dem SV-Berater Björn Böhmer gegründet. Die Steuerungsgruppe war dann maßgeblich für die Feststellung des Ist-Zustandes zuständig. Nach Abschluss der Bestandsaufnahme wurden konkrete Projekte geplant und möglichst viele Schülerinnen und Schüler mobilisiert, um die Idee der Fairen Schule auf eine breite Basis zu stellen.

Für jeden der oben genannten Grundpfeiler wurden Aktivitäten durchgeführt, um den Beitrag hinsichtlich des Konzeptes „Faire Schule“ zu verdeutlichen. So fördern die KBS die demokratische Schulkultur und den fairen Umgang miteinander in besonderem Maß. Eine aktive Schülervertretung (SV) engagiert sich regelmäßig für inner- und außerschulische Belange (Aktion Blutspende, Schülerumfragen, Unterschriftenaktionen, SV-Café und mehr). Die KBS übernehmen globale Verantwortung, indem sie Klimafrühstücke, verschiedene Workshops zum Thema globale Ernährung sowie Chancengerechtigkeit durchführen. Zudem wurden, in Kooperation mit den Schülervertretungen der drei Berufsbildenden Schulen sowie dem Arbeitskreis eine Welt in Nordhorn, in diesem Jahr vom 28. Juni bis zum 9. Juli zum ersten Mal „Regionale-Eine-Welt-Tage“ mit verschiedenen Workshops angeboten. Dabei wurden fünf Workshops an den KBS Nordhorn durchgeführt. Zwei Workshops trugen der Übernahme globaler Verantwortung Rechnung und beschäftigten sich mit Geflügelexporten nach Ghana sowie mit der Wertschöpfungskette der T-Shirt-Produktion. Drei weitere Workshops verdeutlichten die Übernahme ökologischer Verantwortung und hatten den weltweiten Wasserzugang und -verbrauch, die Reduzierung von Plastik und den Schutz des Regenwaldes zum Thema.

Studienrat Björn Böhmer als Projektverantwortlicher sprach im Namen der KBS Nordhorn dem Initiator dieses Projektes, dem ehemaligen Schülersprecher Marlon Kolberg, ein herzliches Dankeschön aus. Ohne Marlon Kolbergs Kreativität sowie Beharrlichkeit bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wäre eine Bewerbung in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Ebenso dankte er Lena Schoemaker, die sowohl den Bewerbungsprozess begleitet als auch selbst Workshops zur angesprochenen Thematik angeboten habe. Jetzt gelte es, die Auszeichnung auch im nächsten Schuljahr weiterzuleben.

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