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18.04.2019, 05:07 Uhr

Kassen zahlen Darmspiegelung für Männer ab 50

Gesetzlich Versicherte profitieren von umfangreicheren Vorsorge-Leistungen gegen Darmkrebs: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Darmspiegelung künftig schon ab einem niedrigeren Alter als bisher.

Kassen zahlen Darmspiegelung für Männer ab 50

Darmspiegelung: Ab einem gewissen Alter gib es alle zehn Jahre einen Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchung. Foto: Patrick Pleul

dpa Berlin Zur Darmkrebsvorsorge können Männer künftig bereits ab

Offiziell startet das Angebot am 19. April, weil der
Beschluss des zuständigen Gremiums vor sechs Monaten in Kraft trat.
Ab 1. Juli könnten die Kassen zudem damit beginnen, Einladungen zur
Teilnahme am Darmkrebs-Screening herauszusenden, berichtete der
Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken (G-BA).

Mit der gesenkten Altersgrenze werde der Tatsache Rechnung getragen,
„dass das Erkrankungsrisiko bei Männern bereits ab 50 deutlich
ansteigt“, erklärte der Berufsverband Niedergelassener
Gastroenterologen.

Alle zehn Jahre besteht ein Anspruch auf eine Darmspiegelung

Bei Frauen bleibt die Schwelle bei 55 Jahren. Bei
besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig
davon Darmspiegelungen erfolgen.

Für beide Geschlechter gilt: Nach mindestens zehn Jahren besteht
Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung. Nimmt man das Angebot erst
ab 65 Jahren wahr, hat man nur Anspruch auf eine derartige
Untersuchung. Ab 75 wird Darmkrebsvorsorge laut Burda-Stiftung nicht
mehr empfohlen.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten

Frauen und Männer können zwischen 50 und 54 Jahren jährlich einen
Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Auffällige
Befunde können dann ebenfalls mit einer Darmspiegelung (Koloskopie)
abgeklärt werden.

Sie ist nach Angaben der Burda-Stiftung die
effektivste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten wurde Darmkrebs hierzulande
2014 rund 61.000 mal diagnostiziert, rund 25.000 Patienten starben.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Rauchen, Übergewicht,
ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßiger Konsum
von rotem Fleisch und Alkohol sind Risikofaktoren.