05.10.2022, 12:55 Uhr

Karolin Hemeltjen erhält Ehrung für herausragendes Engagement

Überraschende Würdigung: Für ihre besonderen Verdienste während der Pandemie wurde die Nordhorner Feuerwehrfrau Karolin Hemeltjen mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr in Bronze ausgezeichnet. Foto: Kunert

Überraschende Würdigung: Für ihre besonderen Verdienste während der Pandemie wurde die Nordhorner Feuerwehrfrau Karolin Hemeltjen mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr in Bronze ausgezeichnet. Foto: Kunert

„Anfang 2020 hat das Coronavirus unser Leben und insbesondere unser Zusammenleben verändert. Viele von uns waren verunsichert, hatten Sorge um die Gesundheit insbesondere älterer oder vorerkrankter Angehöriger und Freunde. Erschwernisse im beruflichen und privaten Umfeld kamen hinzu. Auch die Feuerwehrwehren waren mit erheblichen Einschränkungen im Ausbildungs- und Übungsdienst konfrontiert. Jeder hier im Saal hat seine eigenen Erinnerungen, Erlebnisse und Erfahrungen aus der Corona-Pandemie. Ich darf heute eine Kameradin auszeichnen, die sich in besonderer Weise um das gesundheitliche Wohl ihrer Feuerwehrkameradinnen und -kameraden verdient gemacht hat.“

Mit diesen Worten, die Kreisbrandmeister Daniel Loehrke im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Nordhorner Feuerwehren in der Alten Weberei an die anwesenden Kameradinnen und Kameraden richtete, bat er Karolin Hemeltjen zu sich ans Rednerpult. Die sichtlich überraschte Feuerwehrfrau ahnte nichts von dieser Auszeichnung. Im anschließenden Gespräch wird deutlich, wodurch sich Karolin Hemeltjen diese Auszeichnung verdient hat.

In über 130-stündiger Arbeit hat die Nordhornerin zu Beginn der Pandemie mehr als 200 Schutzmasken genäht und diese den Feuerwehren der Stadt Nordhorn zur Verfügung gestellt. „Es gab seinerzeit nirgends Masken zu kaufen“, erklärte Hemeltjen. Also hat sie spontan angefangen, selbst Masken zu nähen. Nach einigen Probeexemplaren und Verbesserungen des Schnittmusters stieg sie mit Unterstützung ihrer Schwester in die Maskenproduktion ein. Das benötigte Material kam zunächst aus dem eigenen Fundus, reichte aber für den Bedarf bei Weitem nicht aus. Durch einen Aufruf in den sozialen Medien sei man dann bei einer Haushaltsauflösung fündig geworden. „Daraus wurde uns kostenlos eine große Menge Stoffe, Bänder und Zubehör für die Anfertigung der Masken zur Verfügung gestellt“, berichtete die engagierte Nordhornerin.

Doch nicht nur für die Feuerwehr, auch für einen „Maskenbaum“ vor dem eigenen Haus wurde fleißig genäht. Dort konnten sich auch Privatpersonen kostenlos Masken für den Eigengebrauch mitnehmen. „Die Nachfrage war sehr groß, ich konnte täglich neue Masken nähen und aufhängen“, schilderte Hemeltjen den Erfolg der Aktion. „Ich würde immer wieder helfen und nähen – hoffe aber, dass wir in Zukunft von solchen Dingen verschont bleiben.“