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24.06.2020, 11:13 Uhr

Junge Union will Tourismus in Grafschaft Bentheim stärken

Der Nachwuchs der Christdemokraten sieht großen Zusammenhalt in der Grafschaft Bentheim. Foto: dpa

Der Nachwuchs der Christdemokraten sieht großen Zusammenhalt in der Grafschaft Bentheim. Foto: dpa

Nordhorn Unter dem Motto „Just discuss“ bietet die Junge Union (JU) Grafschaft Bentheim allen Mitgliedern und Interessierten einen Blick hinter die Kulissen in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel der Gastronomie, der Wirtschaft, der Politik und dem Tourismus. Im Mittelpunkt dieses Formates stehen die Fragen „Wie hat Corona Ihren Bereich getroffen und welche Strategien werden für die Zukunft ins Auge genommen?“ Die Anwesenden haben in einer digitalen Sitzung die Möglichkeit zum direkten Austausch mit eingeladenen Referenten. In der jüngsten Sitzung waren für den Bereich Tourismus der Geschäftsführer der „Tierpark Nordhorn gGmbH“, Dr. Nils Kramer, und die Marketing-Koordinatorin des „VVV Nordhorn“, Marina Kramer, zu Gast. VVV-Geschäftsführer Matthias Bönemann beantwortete die Fragen der JU in einem Video-Interview.

Sowohl Matthias Bönemann als auch Marina Kramer machten deutlich, wie schwer ihr Bereich wegen des coronabedingten „Shutdown“ betroffen ist: keine Bootsfahrten, keine Großveranstaltungen wie der traditionelle Holschenmarkt oder das Fest der Kanäle, kein Kartenverkauf für das „Grafschafter Open Air“. „Um die Arbeitsplätze zu sichern, mussten die Kollegen zunächst Überstunden abbauen, als Nächstes war ein Betriebsurlaub angeordnet und letztlich meldete der VVV Kurzarbeit an“, berichteten Bönemann und Kramer.

Ähnlich erging es auch dem Tierpark Nordhorn. So teilte Dr. Nils Kramer mit, dass er Corona den Kampf angesagt habe und er keinen Arbeitsplatz an Corona verlieren würde. „Das Wohl von Tier und Mensch hat oberste Priorität“, bekräftigte Kramer. So meldete auch er sofort Kurzarbeit an und stellte alle laufenden Baustellen ein, um eine Kostenreduzierung vorzunehmen. „Der Tierpark Nordhorn finanziert sich, wie bekannt, hauptsächlich aus den täglichen Einnahmen und nur zu einem geringen Teil aus Spenden und Zuwendungen. Diese Einnahmen bleiben aus, wenn etwa 80.000 Besucher aufgrund der Schließung nun plötzlich fehlen – ein Betrag, der schnell die Millionengrenze erreicht“, machte Kramer deutlich.

Beide Unternehmen reagierten mit einem verstärkten Online-Marketing. So konnte der Tierpark viele Spenden und Tierpatenschaften unter der Kampagne „Wir sind Zoo“ generieren, während der VVV die beliebten „Nordhorn-Gutscheine“ über den Online-Shop des Tierparks und bei Marktkauf Kutsche verkaufen konnte und die Kampagne „Nordhorn bringt’s“ ins Leben rief. Außerdem wurde ein Autokino in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat organisiert.

Mittlerweile sind zwar Lockerungen eingetreten, aber die Besucherzahlen im Tierpark sind vergleichsweise bescheiden und auch der VVV möchte nun neue Wege beschreiten. „Als Stadtmarketing muss man natürlich auch immer flexibel sein“, so Bönemann. Er geht von einer verstärkten Urlaubsnachfrage in Niedersachsen aus. Deswegen hat der VVV einen neuen Radpauschalkatalog aufgesetzt, wo Urlauber die Möglichkeit haben, direkt Urlaubsreisen zu buchen. Der VVV agiert somit als selbstständiger Reiseveranstalter, was es laut Bönemann in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Auch Kramer betonte, dass es wichtig sei, die Chance zu nutzen und die Grafschaft Bentheim als interessanten und sehenswerten Urlaubsort bekannt zu machen. Hier sollten allerdings die einzelnen, teils unbekannten, Ortschaften ihre eigenen Interessen zurückstellen und die Werbung über die Grafschaft Bentheim vornehmen. „Lasst uns die Dachmarke nutzen, lasst uns die Grafschaft vermarkten – jetzt mehr denn je“, lautet der Appell von Kramer.

„Die Junge Union kann zusammenfassend feststellen, dass besonders in der Grafschaft Bentheim Solidarität und Unterstützung großgeschrieben werden. Den Weg aus der Corona-Krise werden die Grafschafter, wie vieles zuvor, nur gemeinsam schaffen“ heißt es aus dem JU-Büro. „Hierzu zählt aber auch der Einkauf vor Ort, um die regionalen Geschäfte zu unterstützen. Die sowieso schon schwierige Situation des stationären Einzelhandels in Konkurrenz zum Onlinehandel wurde durch Corona noch verstärkt. Zu einer liebenswerten Region gehört auch eine vielfältige Innenstadt. Noch gibt es eine solche liebenswerte Innenstadt. Hier muss Politik in den nächsten Jahren wichtige Weichen stellen, damit dies auch so bleibt und der Ausflugs- und Erlebnischarakter gestärkt wird“, ergänzt Kramer. Die Junge Union hofft, dass die Potenziale für Aktivurlauber genutzt und die Innenstädte gestärkt werden, um im Kampf gegen den Online-Handel bestehen zu können. Unsere Innenstädte und Freizeiteinrichtungen im ländlichen Raum sind entscheidende Kriterien für junge Familien im Konkurrenzkampf gegen die Großstädte“, ist sich der Parteinachwuchs sicher.

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