Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
22.05.2019, 05:08 Uhr

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Knackig, mild, erfrischend: Die Gurke ist zum Gemüse des Jahres gekürt worden. Zu Recht: Sie kann mehr, als bloß Käsebrötchen oder Beilagensalat aufzupeppen. Fans verarbeiten sie sogar zu Spaghetti oder zum Aperitif - und manchmal verprügeln sie das Gemüse auch.

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Das Gemüse wird vor dem Würfeln mit einem Nudelholz malträtiert. So platzt die Struktur auf und das Dressing kann besser einziehen. Foto: Annabell Sievert/ZS Verlag

Von Ricarda Diekmann, dpa

dpa/tmn Landsberg am Lech 96 Prozent – so hoch ist der Wasseranteil der Gurke. „Deshalb ist sie so erfrischend und ist recht mild im Geschmack“, erklärt Sylwia Gervais, Food-Bloggerin in Landsberg am Lech (Bayern).

Bei dem Gemüse denken viele zunächst an die klassische Salatgurke aus dem Supermarkt. Doch: Gurke ist nicht gleich Gurke.

Vielfältiger Alleskönner

Marc Schmitt-Weigand, Landwirt in Dortmund, kennt Alternativen zur Salatgurke: „Die Mini-Gurke ähnelt der Salatgurke, ist aber deutlich kleiner. Sie ist in der Regel etwas fester und lässt sich gut als Snack essen“, erklärt er. Ein Alleskönner ist die Landgurke, die mittelgroß ist und eine recht raue Schale hat. Da sie etwas fester ist, lässt sie sich sowohl roh verarbeiten als auch garen. Zum Kochen eignen sich Schmorgurken, im Gurkenglas landen klassischerweise Einlegegurken. Die Gurke steckt also voller Vielfalt. Dies ist ein Grund dafür, dass der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt sie zum Gemüse des Jahres 2019/2020 gekürt hat.

Egal, ob gewürfelt oder eingelegt, geschmort oder püriert: In der Küche ist die Gurke ein Alleskönner. „Gurken eignen sich perfekt, wenn man eine knackige Komponente in ein Gericht einbringen möchte“, schwärmt Sophia Hoffmann, Köchin und Autorin in Berlin. Somit machen sich frische oder eingelegte Gurken gut in Bowls und Salaten, peppen aber auch Kartoffelstampf oder das Pausenbrot auf.

Gurkensalat und Gurken-Spaghetti

Ein Klassiker ist der Gurkensalat. Ganz anders als gewohnt ist das Ergebnis, wenn man den Salat verprügelt. „Dabei schlägt man mit einem Nudelholz oder einem großen Messer auf die Gurke ein, bis die Struktur aufplatzt. So kann das Dressing später besser einziehen“, erklärt Hoffmann. Hat man sich genug an der Gurke ausgetobt, schneidet man sie mundgerechte Stücke und serviert sie mit einem Dressing aus Sesamöl, Chili, Knoblauch und Sojasoße.

Wer Gurkensalat mag, findet womöglich auch Gefallen an Gurken-Nudeln. „Mit Hilfe eines Spiralschneiders kann man aus einer Salatgurke Spaghetti herstellen“, erklärt Hoffmann. Die Nudeln werden roh serviert und können nach Belieben garniert werden. Soll es ganz schnell gehen, tut es der Griff zum Pesto. Da Gurken-Spaghetti längst nicht so stark sättigen wie herkömmliche Nudeln, sollte die Portion etwas größer ausfallen, etwa eine Gurke pro Person ist empfehlenswert.

Schälen oder nicht schälen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. „Weiß ich, woher die Gurke kommt, etwa aus einem biologischen Anbau, dann schäle ich sie nicht“, sagt Gervais. Denn in der Schale stecken viele Vitamine. Ist die Haut jedoch schon etwas schlapp oder besteht der Verdacht, dass die Gurke gespritzt wurde, sollte man besser schälen.

Gurken-Getränke

In der Gurke steckt viel Wasser – das macht sie ideal für Getränke. „Durch ihren milden Geschmack passt die Gurke quasi in jeden Saft – und eignet sich genauso gut für Smoothies“, sagt Gervais. So kann man das Gemüse etwa zusammen mit Äpfeln, Karotten oder Sellerie entsaften. Säfte und Smoothies sind eine gute Verwertung, wenn die Gurke schon etwas länger gelegen hat. Dass sie etwas schlapp ist, fällt dann gar nicht mehr auf.

Süß-spritzig wird es im Glas, wenn man sich eine Gurken-Limonade zubereitet. Dafür erhitzt man zunächst Zucker in Wasser, bis er sich aufgelöst hat und püriert nebenbei eine Gurke. Püree und Sirup werden dann gemischt und sollten mindestens 30 Minuten ziehen. Im letzten Schritt wird die Mischung durch ein sauberes Küchentuch oder ein feines Sieb gefiltert. „Übrig bleibt ein Sirup, den man mit Mineralwasser oder Sekt aufgießen kann. So kann die Gurke sogar als Aperitif zum Einsatz kommen“, sagt Hoffmann.

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Die Gurke besteht aus 96 Prozent Wasser. Deshalb ist sie so erfrischend. Foto: Andrea Warnecke

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Die populärste Art das grüne Gemüse essen, ist der klassische Gurkensalat. Foto: Timm Schamberger

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Marc Schmitt-Weigand ist Landwirt in Dortmund. Für ihn ist die Gurke ein Alleskönner. Foto: Alexandra Breitenstein/Die AboKiste

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Einlegegurken kommen klassischerweise aus dem Gurkenglas. Foto: Patrick Pleul

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Gurke, Basilikum und Zitronensaft treffen bei dieser Limonade aufeinander. Foto: Aileen Kapitza

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Süß-spritzig wird es im Glas, wenn man sich eine Gurken-Limonade zubereitet. Foto: Christin Klose

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Durch ihren milden Geschmack eignet sich die Gurke gut für Smoothies. Sie kann etwa zusammen mit Äpfeln, Karotten oder Sellerie entsaftet werden. Foto: Mascha Brichta

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Sylwia Gervais ist Food-Bloggerin und Fotografin in Landsberg am Lech. Foto: Sylwia Gervais/Hölker Verlag

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

„Zero Waste Küche“, Sophia Hoffmann, ZS Verlag, 248 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-89883-854-2. Foto: Annabell Sievert/ZS Verlag

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Sophia Hoffmann ist Köchin und Autorin in Berlin. Foto:

Jetzt wird das ganze Jahr rumgegurkt

Mit einem Spiralschneider erhält man Gurken-Nudeln. Sie können roh gegessen werden. Foto: Franziska Gabbert