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15.05.2020, 16:48 Uhr

Jazz pur mit Potsa Lotsa XL und Silke Eberhard

Ein Album, das klingt wie „the real thing“. Die Berliner Saxofonistin Silke Eberhard überzeugt mit einer kongenialen Formation.

Musikalische Schwarmintelligenz: Das Tentett Potsa Lotsa. Foto: Ruth Hommelsheim/Label

Musikalische Schwarmintelligenz: Das Tentett Potsa Lotsa. Foto: Ruth Hommelsheim/Label

dpa Berlin Das Etikett Jazz wird ja heutzutage an jede zweite Platte drangehängt, aber wer wirklich mal wieder richtigen Jazz erleben möchte, der sollte sich an Silke Eberhard und ihre zehnköpfige Band Potsa Lotsa XL halten. Die Berliner Saxofonistin hat mit ihren Mitstreitern ein neues Album mit dem Titel „Silk Songs For Space Dogs“ (Leo Records/Galileo) eingespielt, das sich dem Hörer in keiner Sekunde anbiedert, sondern vor Spielfreude und Lust an der Improvisation geradezu vibriert. Ein bisschen einhören muss man sich auch, aber dafür wird man belohnt.

Mit der Formation Potsa Lotsa XL scheint Silke Eberhard ein kongeniales Ensemble für ihre Kompositionen gefunden zu haben. Statt einer von Bläsern dominierten Formation wie in früheren Jahren bereichern jetzt die Vibrafonistin Taiko Saito, der Cellist Johannes Fink oder Pianist Antonis Anissegos den komplexen, quicklebendigen Sound des Ensembles.

Das klingt nun wirklich sehr gegenwärtig, obwohl Silke Eberhard immer auch ein Auge auf die Jazz-Tradition hat: Sie hat Alben zu dem früh verstorbenen Saxofonisten Eric Dolphy herausgebracht, weitere Fixpunkte für sie sind Ornette Coleman und Charles Mingus, alles Einflüsse, die man auf dem Album heraushören kann.

Dennoch bekennt sich Silke Eberhard zur Gegenwart: „Ich bin keine Afroamerikanerin der 1960er Jahre, sondern im Schwabenland geboren und inzwischen in Berlin gelandet. Wir erzählen andere Geschichten, gehen von Dingen aus, die heute passieren.“ Diese Haltung kann man aus ihren Stücken heraushören: da leuchtet die Spielfreude im Jetzt, und hat dich noch einen losen Anker in die Tradition.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 16:30 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2020, 16:48 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min

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