26.11.2020, 11:29 Uhr

IPG macht sich bei Nordhorner Haushalt für Ehrenamt stark

Das Ehrenamt, unter anderem im sportlichen Bereich, sollte nach Ansicht der IPG stärker unterstützt werden. Symbolfoto: dpa

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Das Ehrenamt, unter anderem im sportlichen Bereich, sollte nach Ansicht der IPG stärker unterstützt werden. Symbolfoto: dpa

Nordhorn „Das Ehrenamt in der Grafschaft, aber auch in Nordhorn, ist in seiner Vielfalt gefährdet. Die Fraktion der Initiative Pro Grafschaft (IPG) im Nordhorner Stadtrat möchte deshalb das Ehrenamt vor Ort stärken.“ Das teilt Uwe Heiduczek als Fraktionssprecher der IPG mit. „Die Möglichkeiten zur Stärkung des Ehrenamtes sind vielfältig“, sagt Rainer Heckert-van Remmerden als Vertreter im Sportausschuss. Hier beantragt die IPG für den nächsten Haushalt eine Erhöhung der Sportstättenförderung von derzeit 150.000 Euro auf 200.000 Euro. „Wir können hier nicht mehr glaubwürdig argumentieren, wenn der Rat für den Erhalt der Eissporthalle knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen kann, während alle Sportvereine in Nordhorn sich jährlich ein Zwölftel dieser Summe teilen müssen“, fügt er hinzu. Wenn beispielsweise ein Verein im Jahr 2008 einen Antrag gestellt habe, der „voraussichtlich“ 2021 gefördert werden könne, laufe bei der Sportstättenförderung etwas falsch.

Handlungsfähigkeit erhalten

Ein weiterer Antrag der IPG betrifft die Stärkung des Kreissportbundes (KSB). „Eine finanzielle Unterstützung des KSB ist auch eine Unterstützung der Nordhorner Sportvereine und gleichzeitig eine Förderung des Ehrenamtes“, meint Jens Leuftink. Immer mehr Vereine würden durch den Schwund, nicht nur in den Führungsebenen, über kurz oder lang nicht mehr handlungsfähig sein. Eine zunehmende Anzahl von Aufgaben müsse auf immer weniger ehrenamtliche Unterstützer verteilt werden. Hier könne der KSB durch seine Erfahrung in der Vereinsverwaltung übergeordnet tätig werden und die Vereine in der Administration entlasten. „Um hier eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, die beispielsweise die Nordhorner Sportvereine in der Mitgliederverwaltung, dem Finanzmanagement und dem Abrechnungswesen unterstützt, könnte der KSB eine vereinsübergreifende Anlaufstelle schaffen. Dafür sollen im Haushalt erstmals von der Stadt Nordhorn 25.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diesem guten Beispiel folgend könnten sich die anderen Kommunen und auch der Landkreis an der Unterstützung beteiligen“, erläutert Heiduczek.

Sport als Integrationsmotor

Die stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Bonge erläutert die Begründung für einen weiteren Antrag der IPG: „Migration und Integration sind fundamentale Bestandteile im Bereich des Vereinssportes. Gerade in den Sportvereinen werden viele Migranten durch das freundschaftliche Miteinander und die daraus resultierenden Kontakte in die Gesellschaft integriert. Die Vielfalt der unterschiedlichsten Wertevorstellungen zieht aber auch entsprechendes Konfliktpotenzial nach sich. Deshalb sollte eine Sozialarbeiterstelle geschaffen werden, die Sportvereine, wie zum Beispiel die Vereine auf dem Blankepark mit ihren Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Staaten in ihren Bemühungen unterstützt, diese Migranten zu integrieren“.

Vereine unterstützen

Nach Ansicht der IPG sind gerade diese Bereiche des Ehrenamtes in den letzten Jahren vernachlässigt worden. „Die Verwaltung der Stadt lobt durchweg das Engagement der Ehrenamtlichen, betont bei jeder Gelegenheit die zum Beispiel sehr gute Arbeit des KSB in der Stadt Nordhorn, zuckt aber beim Griff in die Brieftasche jedes Mal zurück und verweist auf den Landkreis. Nur die Ansiedelung des KSB im Sportpark sowie eine verbale Wertschätzung reichen nicht mehr aus. Gerade wegen Corona sollte man das Augenmerk hier mehr ausrichten und die Sportvereine und das Ehrenamt unterstützen“, fasst Fraktionssprecher Heiduczek zusammen.