26.07.2021, 14:40 Uhr

IPG: Keine Mittel für mehr Studienplätze in der Medizin

Uwe Heiduczek hat konkrete Forderungen zur Überwindung des Hausärztemangels formuliert. Foto: Westdörp

Uwe Heiduczek hat konkrete Forderungen zur Überwindung des Hausärztemangels formuliert. Foto: Westdörp

Nordhorn Deutliche Kritik in Richtung Landesregierung wegen der hausärztlichen Versorgung übt die Initiative Pro Grafschaft (IPG): „Finanzminister Reinhold Hilbers ist mitverantwortlich für eine Unterversorgung der Grafschaft mit Hausärzten“, sagt IPG-Vertreter Uwe Heiduczek.

Die Initiative Pro Grafschaft fordert „auf Landkreisebene seit langem verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung. Viele Hausärzte werden in den nächsten Jahren altersbedingt ihre Praxistätigkeit einstellen und es wird immer schwerer, einen Hausarzt zu finden.“ Neben dem bereits bestehenden Programm für die Vergabe von Stipendien für Medizinstudenten, die sich verpflichteten, wieder im Landkreis tätig zu werden, sollten folgende Punkte Berücksichtigung finden:

die Reduzierung der Hürden für eine Niederlassung

organisatorische Hilfen für die Schaffung von Gemeinschaftspraxen.

Koordinierung der Facharztausbildung durch bessere Verzahnung der stationären Einrichtungen (Euregio-Klinik, Fachklinik Bad Bentheim, Paulinenkrankenhaus)

Installierung einer zentralen, sektorübergreifenden Koordinationsstelle/Beratungsstelle beim Landkreis

Wie Heiduczek weiter erklärte, seien das kurz- beziehungsweise mittelfristige Maßnahmen, die ein wenig die sich abzeichnenden Defizite abmildern könnten. Langfristig helfe nur eines: Mehr ausbilden. Es fehlten Studienplätze in der Medizin.

„Ohne eine Netto-Zuwanderung von jährlich 1700 Ärzten stünde das Gesundheitssystem in Deutschland schon jetzt vor dem Kollaps. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Landesregierung die zugesagte Aufstockung der Medizinstudienplätze in Niedersachsen nun doch nicht vorzunehmen, unverantwortlich. Obgleich die Enquete-Kommission des Landtages eine deutliche Aufstockung der Medizinstudienplätze fordert, geschieht nichts. Hat sich hier der Finanzminister unter rein fiskalischen Gesichtspunkten durchgesetzt? Das wird uns teuer zu stehen kommen“, heißt es abschließend vonseiten der IPG.

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