19.02.2021, 15:07 Uhr

Inzidenzwert im Emsland steigt von 79,5 auf 109,2

Mehrere Ausbrüche in medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen treiben im Emsland die Infektionszahlen in die Höhe. Archivfoto: Burkert

Mehrere Ausbrüche in medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen treiben im Emsland die Infektionszahlen in die Höhe. Archivfoto: Burkert

Meppen Das Emsland weist aktuell eine Inzidenz von 109,2 auf. Das teilt der Landkreis Emsland am Freitag in einer Presseinformation mit. Damit hat sich die Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche, da lag sie bei 79,5, deutlich erhöht. „Der starke Anstieg der Fallzahlen und damit der Inzidenz ist in mehreren großen Infektionsgeschehen begründet, die der Fachbereich Gesundheitsdienste des Landkreises Emsland eng begleitet“, erläutert Landrat Marc-André Burgdorf. Seit Auftreten der ersten beiden Fälle mit Virusvarianten Ende Januar seien insgesamt 68 Fälle mit der britischen Virusmutation B1.1.7 im Landkreis Emsland bestätigt worden.

154 Infektionen in medizinischen Einrichtungen

Betroffen vom Infektionsgeschehen sind insbesondere fünf medizinische Einrichtungen mit insgesamt 154 Personen und sechs nicht-medizinische Einrichtungen mit 61 nachgewiesenen Infektionen. Der Landkreis Emsland informiert: „Zu den medizinischen Einrichtungen gehört das Nikolausstift in Rhede, in dem vier Mitarbeiter und elf Bewohner positiv auf Corona getestet worden sind. Im Heim war bereits Ende Januar die Zweitimpfung durchgeführt worden. Einen Nachweis von Virusmutationen gab es hier bislang nicht. In der Tagespflege in Lorup sind zwei Mitarbeiter und 20 Tagesgäste mit dem Coronavirus infiziert. Auch hier liegt bisher kein Nachweis einer Mutation vor. Das Infektionsgeschehen in der DRK Tagespflege in Herzlake umfasst zwei Mitarbeiter und acht Tagesgäste. Virusvarianten sind bislang nicht bestätigt worden. Im Marienhospital in Papenburg sind insgesamt 22 Mitarbeiter und 20 Patienten auf zwei Stationen betroffen. Neben einem Aufnahme- und Verlegestopp für eine der beiden betroffenen Stationen, gab es ebenfalls Beschränkungen für das dort beschäftigte Personal, das erst nach Ablauf einer Woche und zwei negativen Tests auch auf anderen Stationen wieder eingesetzt werden durfte. Wie es zu Infektionen in der weiteren Station kommen konnte, ist bislang noch unklar. Scheinbar hat es keinen Austausch zwischen den betroffenen Stationen gegeben. Die Ermittlungen des Infektionsgeschehens dauern noch an. Die Hedon-Klinik weist ein Infektionsgeschehen mit 44 Mitarbeitern und 21 Patienten auf. Trotz der ergriffenen Maßnahmen wie Isolation auf den Zimmern, Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske und weiteren umfangreichen Testungen kommt das Geschehen dort nicht zur Ruhe.“

61 Fälle in nicht-medizinischen Einrichtungen

Bei den nicht-medizinischen Einrichtungen soll es sich um Unternehmen und eine Bildungseinrichtung handeln. Der Landkreis Emsland präzisiert: „Unter anderem ist das Unternehmen ,Ems PreCab‘ mit insgesamt 30 Mitarbeitern betroffen, von denen 17 im Landkreis Emsland wohnen. Weitere 37 Folgeinfektionen, davon 26 im Landkreis Emsland, resultieren aus dem dortigen Infektionsgeschehen. Ein weiteres Unternehmen aus Salzbergen verzeichnet einen Ausbruch mit neun Bauarbeitern, die in einer Wohngemeinschaft zusammenlebten. Hier wie auch bei ,Ems PreCab‘ konnten die Virusvarianten B1.1.7 nachgewiesen werden. In einem Betrieb in Meppen sind 17 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Einen Nachweis einer Mutation gibt es dort bislang nicht. Auch in einem Unternehmen in Papenburg konnte ein Infektionsgeschehen mit zehn Mitarbeitern aktuell identifiziert werden. Darüber hinaus sind eine Kindertagesstätte in Thuine mit insgesamt sechs Betroffenen und eine Anwaltskanzlei in Papenburg mit insgesamt vier Betroffenen, von denen zwei Personen im Landkreis Emsland wohnhaft sind, ebenfalls Bestandteil des Pandemiegeschehens.“

Digitales Symptomtagebuch

Wie Landrat Burgdorf berichtet, soll ab sofort ein weiteres Hilfsmittel zum Einsatz kommen, um das Monitoring betroffener Kontaktpersonen zu verbessern. „Durch ein neu eingeführtes digitales Symptomtagebuch können Kontaktpersonen ab sofort selbstständig an digitalen Endgeräten, beispielsweise an ihrem Handy, Einträge vornehmen und täglich an das Gesundheitsamt übermitteln“, berichtet der Landrat. Eine telefonische Abfrage sei in diesem Fall nicht mehr notwendig. Das digitale Symptomtagebuch ist ein Modul im Programm SORMAS. Es wird vom Landkreis Emsland für die strukturierte Erfassung von Indexpatienten und Kontaktpersonen genutzt und hält Daten in Echtzeit für alle Akteure bereit, die mit der Begleitung der Pandemie befasst sind.

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