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30.11.2018, 12:27 Uhr

Internationales Tanzhighlight im Theater Pumpenhaus

Choreograph Benjamin Vandewalle zeigt in Münster sein Stück Common Ground.

Internationales Tanzhighlight im Theater Pumpenhaus

Große Emotionen sind auf der Bühne zu erleben. Foto: privat

Der flämische Choreograph Benjamin Vandewalle erforscht in seiner Arbeit Common Ground, die am Samstag, 8. Dezember, 20 Uhr, im Theater Pumpenhaus in Münster zu erleben ist, wie sich mit Tanz Barrieren überwinden und Gemeinsamkeiten entdecken lassen). Für das außergewöhnliche Stück hat er sich mit zwei Performern von Platform K zusammengetan – einer professionellen Ausbildungsstätte für Tänzer mit Behinderung in Gent.

Der eine hat ein Faible für Techno und Toilettenhumor. Die andere mag Ballett und schreibt zu Herzen gehende Love-Songs. Der Dritte wiederum betrachtet die Welt gern durch die Linse einer Kamera und hat verborgene Talente als Beatboxer. Kurzum: die drei Performer auf der Bühne scheinen wenig bis gar nichts gemeinsam zu haben.

Der flämische Choreograph Benjamin Vandewalle – zuletzt 2015 in Münster bei dem Flurstücke Festival mit der gefeierten Performance „birdwatching“ – lebt in Brüssel und reist als international gefragter regelmäßig um die Welt. Kobe Wyffels und Hannah Bekemans, die auch außerhalb der Bühne ein Paar sind, haben einen deutlich eingeschränkteren Bewegungsradius – besuchen in Gent jedoch regelmäßig die Kurse von Platform K, einer Ausbildungsstätte für Tänzer mit Behinderung. Und genau das ist das verbindende Element der drei verschiedenen Künstler, die sich außerhalb einer Bühne womöglich nie begegnet wären: die Liebe zum Tanz.

In Common Ground beleuchtet Vandewalle mit Wyffels und Bekemans, wie das Bedürfnis, sich über Bewegung auszudrücken, verbindende Kraft entfaltet. Und wie dennoch Verschiedenheiten ihre Selbstverständlichkeit behalten. Der Choreograph leitet den Prozess, seine Mitstreiter sind jedoch genau so Teil des schöpferischen Prozesses auf der Bühne. Sie bringen ihr eigenes Material ein, laden ihre Acts mit einer beachtlichen Dosis Drama und Absurdität auf – und fordern Vandewalle in seiner eigenen Komfortzone heraus.

Missverständnisse stehen neben Momenten von Innigkeit und stoßen neue Spielregeln an. Fragile und intime Duette kippen in einen intensiven Wettbewerb. Unvorhersehbar bleibt der Abend zu jeder Zeit. Bei all dem sind die Tänzer mit Behinderung niemals die, die sich tapfer mühen, aber eingeschränkt bleiben. Common Ground ist eine Begegnung auf Augenhöhe.