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15.07.2020, 14:57 Uhr

Innung weist auf Bedeutung der Ausbildung hin

Obermeister Heiko Ensink und Lehrlingswart Siegfried Jacobs sowie (vorne, von links) Jürgen Beins und Gerd van der Kamp. Es fehlt Holger Boerrigter. Foto: Kreishandwerkerschaft

Obermeister Heiko Ensink und Lehrlingswart Siegfried Jacobs sowie (vorne, von links) Jürgen Beins und Gerd van der Kamp. Es fehlt Holger Boerrigter. Foto: Kreishandwerkerschaft

Nordhorn Die Mitglieder der Innung für Elektro- und Informationstechnik Grafschaft Bentheim haben auf ihrer Jahreshauptversammlung ein Thema besonders in den Fokus gerückt: Die Ausbildung.

Neben der Ehrung von langjährigen Mitgliedern des Gesellenprüfungsausschusses des Elektro-Handwerks Grafschaft Bentheim und der Verabschiedung der Ergebnisrechnung 2019 und des Haushaltsplans 2020 stand ein Vortrag von Norbert Freymuth und Dirk Maske vom Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik aus Oldenburg (BFE) auf dem Programm.

Die Referenten stellten dabei zunächst das digitale Berichtsheft vor. Den Online-Ausbildungsnachweis für duale Ausbildungsberufe können der Azubi, der Ausbilder und die Berufsschullehrer gemeinsam nutzen. Für die Ausbildungsbetriebe bietet das digitale Berichtsheft einige Vorteile, betonte Freymuth: „Die Kontrollmöglichkeit ist besser, da die Ausbilder zeit- und ortsunabhängig auf das Berichtsheft zugreifen können.“ Außerdem sei die Verwaltung der Ausbildungsnachweise zeit- und ressourcenschonend, da sie vollkommen papierlos funktionieren. Maske erläuterte: „Außerdem erhalten die Ausbilder einen Überblick über die Entwicklung des Azubis: Wo steht er aktuell und was sieht die Ausbildungsordnung vor? Wo gibt es Handlungsbedarf, weil womöglich Defizite da sind? Und welche Potenziale gibt es noch?“ Auch die Kommunikation und Kooperation mit den Berufsschullehrern werde so gestärkt.

„Es gibt ein integriertes Kommunikationsprogramm, über das sich Ausbilder und Lehrpersonal regelmäßig austauschen können“, erklärte Freymuth. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, dem Azubi direktes Feedback zu den dokumentierten Ausbildungsinhalten zu geben – über eine Kommentarfunktion. Für die Auszubildenden ist das digitale Berichtsheft viel komfortabler und unkomplizierter zu handhaben. „Sie können ihre Eingaben gegebenenfalls leicht korrigieren und ihre Nachweise weder vergessen noch verlieren“, machte Maske klar.

Ein weiteres technisches Hilfsmittel für den Arbeitsalltag stellten Maske und Freymuth anschließend vor: Eine App zur Verwaltung und zum schnellen Abruf von Normen. Über das mobile Nachschlagewerk haben Elektrotechniker einen Schnellzugriff auf Beschreibungen und Erläuterungen zu relevanten Regeln ihres Handwerks. Außerdem benachrichtigt die App ihre Nutzer, wenn es gesetzliche Änderungen gibt. Freymuth betonte: „So ist man immer über aktuelle Themen informiert und auf dem neuesten Stand. Und sollte man doch vor Ort nicht weiterkommen, kann man einen Rückruf anfordern oder per Video-Call den Rat eines Experten vom BFE bekommen.“ Zusätzlich gibt es Vorlagen in Form von Formularen, Protokollen und Aushängen.

Nach dem Gastvortrag folgten drei besondere Ehrungen: Jürgen Beins und Gerd van der Kamp sind bereits seit 30 Jahren Mitglied im Prüfungsausschuss, Holger Boerrigter seit 17 Jahren. Heiko Ensink, Obermeister der Innung, gratulierte den dreien und dankte ihnen für ihr langjähriges und außergewöhnliches Engagement. Alle drei erhielten ein Präsent.

Im Anschluss stand noch einmal das Thema Ausbildung auf der Agenda. Ensink stellte den zertifizierten KNX-Lehrgang für Auszubildende vor. KNX ist ein weltweit anerkannter Standard zur Gebäudeautomation. Das System steuert gewerkeübergreifend Heizung, Beleuchtung, Jalousien, Belüftung, Multimedia und Sicherheitstechnik. Möchte ein Unternehmen KNX-Partner werden, muss mindestens einer der Mitarbeiter einen KNX-Grundkurs besuchen oder besucht haben. Und an dieser Stelle kommen die Azubis ins Spiel: Die Gewerblichen Berufsbildenden Schulen im Landkreis Grafschaft Bentheim bieten den theoretischen und praktischen Teil des Grundkurses künftig exklusiv für die angehenden Energie- und Gebäudetechniker an. „Das ist ein großer Mehrwert für die Grafschafter Azubis im Elektro-Handwerk“, betonte Ensink. „Mit der Zertifizierung erhalten sie eine exklusive Qualifizierung, die nicht nur ihnen, sondern auch ihren Ausbildungsbetrieben neue Türen öffnet.“

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