12.03.2021, 10:54 Uhr

Innenausbau der DRK-Kita „Bullerbü“ in Neuenhaus beginnt

Blick ins Foyer der Kita „Bullerbü“ in Neuenhaus. Foto: privat

Blick ins Foyer der Kita „Bullerbü“ in Neuenhaus. Foto: privat

Neuenhaus Der Bau der neuen Kindertagesstätte „Bullerbü“ in Neuenhaus geht nach Aussage der Bauherren „mit großen Schritten voran“. Nachdem der aus sechs kleinen Häusern bestehende Rohbau Ende vergangenen Jahres „winterfest“ gemacht wurde, sind inzwischen die Arbeiten im Inneren der künftigen Kita sowie auf dem Außengelände in vollem Gange. Die neue Einrichtung entsteht als Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Roten Kreuzes und der Stadt Neuenhaus und soll im Sommer mit Betreuungsmöglichkeiten für mehr als 100 Kinder in drei Regel- und zwei Krippengruppen an den Start gehen.

Einsatz von Naturmaterialien

Aktuell sind die Handwerker mit dem „feuchten Innenausbau“ beschäftigt. Unter anderem wird ein spezieller Heiz-Estrich verlegt, da im gesamten Gebäude eine Fußbodenheizung zum Einsatz kommt, berichtet der zuständige Architekt Jan Lindschulte aus Nordhorn. In etwa zwei Wochen könne dann mit dem „trockenen Ausbau“ begonnen werden. Hierbei sollen Lindschulte zufolge möglichst viele Naturmaterialien wie Holz oder Mauerwerk verwendet werden– und entsprechend wenig Gipskarton. „Das verwendete Material soll ,ehrlich‘ sein“, erklärt Lindschulte, „sodass die Kinder es fühlen und erleben können. Kunststoff in Holzoptik ist daher tabu.“ Die Dachbekleidung in den Gruppenräumen soll aus sogenannten Holzwolle-Akustikplatten bestehen.

Konzept für Wärme und Kühlung

Die Wärmeerzeugung für die Kita soll mittels einer regenerativen Sole-Wasser-Wärmepumpe über Erdsonden (Geothermie) erfolgen. „Dafür wurden bereits zehn Bohrungen auf dem Außengelände von jeweils 100 Metern Tiefe vorgenommen. Mit dieser Technik wird das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz erfüllt, da die Wärmeversorgung im Betrieb CO2-neutral und damit sehr umweltschonend läuft“, erläutert der Architekt.

Eine Fußbodenheizung sei dabei ideal für eine Wärmepumpe, da nur geringe Vorlauftemperaturen benötigt würden. Lindschulte nennt einen weiteren Vorteil: „Aufgrund der gleichmäßigen Wärmeverteilung führt die Fußbodenheizung zu einem angenehmen Raumklima und einer hohen Behaglichkeit.“ Zudem ermögliche die Sole-Wasser-Wärmepumpe, dass die Kita im Sommer über die Fußbodenheizung teilweise gekühlt werden kann. „Hierzu läuft lediglich eine Umwälzpumpe. Die Kühlung gibt es somit fast kostenlos.“

Fenstertechnik für frische Luft

Der Kindergarten soll über eine natürliche Fensterlüftung be- und entlüftet werden. „Sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb stellt diese Art und Weise der Belüftung die wirtschaftlichste Möglichkeit dar“, betont der Architekt.

Für einen nutzunabhängigen Luftwechsel wird die Lüftung in den Gruppenräumen und Aufenthaltsräumen über Fenstermotoren gesteuert. „Hierbei wird der CO2-Gehalt in der Luft gemessen und bei Bedarf werden mittels Motoren bestimmte Fenster geöffnet. Durch die hohen Räume und die Lüftungsöffnungen im First wird die natürliche Luftzirkulation unterstützt und sorgt für eine effiziente und natürliche Durchlüftung. Auf eine mechanische Lüftung kann somit verzichtet werden“, sagt Lindschulte.

Leichte Verzögerung

Auch der Garten- und Landschaftsbauer hat schon mit der Arbeit begonnen. Nachdem Regen- und Schmutzwasserleitungen bereits im Erdreich verlegt sind, stehen nun die ersten Pflasterarbeiten auf dem Außengelände an. Aufgrund der Coronapandemie mussten einige Arbeitsprozesse entzerrt werden. Auch die planerischen Baubesprechungen, die sonst gemeinsam wöchentlich am großen Tisch erfolgen würden, tätigt der Architekt nun mit jedem Unternehmen einzeln. Etwas im Zeitplan zurückgeworfen wurden die Tätigkeiten durch den Wintereinbruch Anfang Februar. Jan Lindschulte geht aber davon aus, dass diese Verzögerung wieder aufgefangen wird. Er versichert: „Die geplante Fertigstellung der Kita Anfang Juni ist nicht gefährdet.“

Auch in den Gruppenräumen sollen die Heizschlangen der Fußbodenheizung für wohlige Wärme sorgen. Foto: privat

Auch in den Gruppenräumen sollen die Heizschlangen der Fußbodenheizung für wohlige Wärme sorgen. Foto: privat

Die Hofansicht zeigt den Baufortschritt von außen. Foto: privat

Die Hofansicht zeigt den Baufortschritt von außen. Foto: privat

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