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20.03.2020, 11:11 Uhr

Im Emsland dreht sich das Bürgermeisterkarussell

Im kommenden Jahr stehen gleich in neun Gemeinden die Wahlen an. Peter Bechtluft tritt in Papenburg nicht mehr an. Seine Kandidatur angekündigt hat bereits Pascal Albers (34). In Meppen tritt Helmut Knurbein wahrscheinlich wieder an.

Pascal Albers (34) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in Papenburg. Foto: Gerdes

Pascal Albers (34) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in Papenburg. Foto: Gerdes

Von Hermann Gerdes

Kreis Emsland Schon sehr früh und ebenso überraschend hat der 48-jährige Jurist Jan Peter Bechtluft den Blick der emsländischen Kommunalpolitik auf die Bürgermeisterwahlen im Herbst 2021 geschärft. Bechtluft will nicht erneut in Papenburg kandidieren. In acht weiteren Kommunen ist noch nicht bekannt, ob die Amtsinhaber ihren Hut im nächsten Jahr in den Wähler-Ring werfen.

Die Mehrheit der emsländischen Kommunen hat erst in den vergangenen Jahren gewählt. So kamen Petra Lübbers (Twist), Helmut Wilkens (Lathen), Maria Lindemann (Spelle) und Jens Willerding (Rhede) neu ins Amt. Hermann Wocken (Dörpen), Andreas Kaiser (Salzbergen), Markus Honnigfort (Haren), Werner Schräer (Haselünne) und Dieter Krone (Lingen) verteidigten ihre Position. In Nordhümmling wurde Christoph Hüntelmann für den plötzlich verstorbenen Stefan Eichhorn zum Samtgemeindebürgermeister gewählt. Die nächste Bürgermeisterwahl findet erst zusammen mit der Kommunalwahl 2026 statt. Das gilt auf für die Landratswahl, denn Marc-André Burgdorf (CDU) ist erst fünf Monate im Amt.

Mit der Kommunalwahl 2021 wird auf jeden Fall das neue Stadtoberhaupt in Papenburg gewählt. Bechtluft hatte nach dem Jurastudium in Osnabrück 2001 in Papenburg als Justiziar begonnen. Damals verlief in der Kanalstadt der Übergang zum hauptamtlichen Bürgermeister nicht störungsfrei. Es kam zur Spaltung der CDU-Fraktion.

Ulrich Nehe glättete oberflächlich als erster hauptamtlicher Bürgermeister die Wogen. 1996 trat er als Parteiloser an und gewann die Stichwahl gegen Michael Goldmann (FDP). Fünf Jahre später schaffte er mit 71,3 Prozent einen eindeutigen Sieg. 2006 trat Helmut Stavermann für die immer noch nicht befriedete CDU an. Er erhielt nur 19,5 Prozent der Stimmen. Bechtluft kam als Einzelbewerber auf 61 Prozent der Stimmen.

Bei der erneuten Wahl 2014 kam Bechtluft im ersten Wahlgang auf 54,4 Prozent. Mancher Papenburger verübelte ihm, dass er für die CDU angetreten war, obwohl er immer die Nähe zu dieser Partei betont hatte.

Pascal Albers, als Rechtsanwalt in Werlte tätig, hat bereits seine Bereitschaft zur Kandidatur in Papenburg erklärt. Der 34-Jährige trat als Nachfolger von Hermann Wessels, der im zweiten Anlauf Erster Stadtrat in Papenburg wurde, das Amt des CDU-Fraktionschefs an. Noch jünger dürfte die ernsthafteste Konkurrentin sein. Vanessa Gattung ist erst 30 Jahre alt; als SPD- Landratskandidatin schaffte sie mit 29 Prozent der Stimmen ein sehr gutes Ergebnis.

In Sögel könnte 2021 Günter Wigbers (CDU) erneut kandidieren. Der 55-jährige Kommunalbeamte schaffte 2014 nur auf einen knappen Sieg. In Werlte gilt der gebürtige Speller Ludger Kewe (50/CDU) als gesetzt. Gleiches gilt wohl auch für Matthias Lühn (Lengerich), Bernhard Overberg (Emsbüren), Helmut Hüke (Geeste) und Godehard Ritz (Freren). In Herzlake dürfte Ludwig Pleus (58) nicht wieder antreten. Ähnlich wie Bechtluft in Papenburg war er in Herzlake zuerst 2001 als parteiloser Bewerber erfolgreich gegen einen favorisierten CDU-Kandidaten, war dann für die CDU angetreten, um schließlich 2014 erneut gegen den CDU-Bewerber – dieses Mal der Herzlaker ehrenamtliche Bürgermeister Hans Bösken – erfolgreich zu sein.

Bleibt noch Meppen: Der ehemalige Polizeibeamte Helmut Knurbein, vor 56 Jahren in Meppen geboren, siegte 2014 als parteiloser Bewerber gegen Amtsinhaber Jan Erik Bohling. Eine erneute Kandidatur Knurbeins gilt als ausgemacht. Aber was macht die CDU in der emsländischen Metropole?

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