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10.02.2020, 14:19 Uhr

IHK: Unternehmen auf Ausfall Abi-Jahrgang 2020 vorbereitet

Die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sieht die Unternehmen in der Region auf den durch die Umstellung von G8 auf G9 an allgemeinbildenden Gymnasien bedingten Ausfall des Abitur-Jahrgangs 2020 gut vorbereitet. Dies habe eine Umfrage ergeben.

In diesem Sommer dürften auf dem Erinnerungsfoto des Abiturjahrgangs des Burg-Gymnasiums Bad Bentheim weniger Schüler zu finden sein als noch 2019. Foto: Carlo Strack

In diesem Sommer dürften auf dem Erinnerungsfoto des Abiturjahrgangs des Burg-Gymnasiums Bad Bentheim weniger Schüler zu finden sein als noch 2019. Foto: Carlo Strack

Osnabrück Durch die Umstellung von G8 auf G9 an den allgemeinbildenden Gymnasien in Niedersachsen werden dem Ausbildungsmarkt im IHK-Bezirk im Sommer 2020 nur ein Bruchteil der sonst üblichen Anzahl an Schülern mit Abitur zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund hat die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim eine Umfrage unter Unternehmen durchgeführt, mit welcher Strategie sie auf diese Herausforderung auf dem ohnehin angespannten Ausbildungsmarkt reagieren. Denn bereits im vergangenen Ausbildungsjahr konnten zahlreiche Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, weil es an geeigneten Bewerbern fehlte.

82 Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gaben an, über den weitgehenden Ausfall des Abitur-Jahrgangs 2020 bereits gut informiert zu sein. Über mögliche negative Auswirkungen waren die Betriebe allerdings geteilter Meinung. 53,6 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der weitgehende Ausfall die Besetzung von Ausbildungsplätzen aktuell oder auch künftig beeinträchtigt, während 46,4 Prozent keine Beeinträchtigung erwarten.

Rund ein Viertel der Betriebe hat besondere Maßnahmen ergriffen, um dem Ausfall entgegenzuwirken. 28,6 Prozent der Teilnehmer gaben an, bereits im zurückliegenden Ausbildungsjahr mehr Auszubildende mit dem höchsten Schulabschluss als im Durchschnitt der vergangenen Jahre eingestellt zu haben. 26,8 Prozent der Betriebe planen, künftig auch Jugendliche mit anderen Bildungsabschlüssen einzustellen und 23,2 Prozent der Befragten möchten Studienabbrecher bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen verstärkt in Betracht ziehen. Auch haben Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit den von der Umstellung von G8 auf G9 nicht betroffenen beruflichen Gymnasien ausgebaut, um von dort mehr Bewerbungen zu erhalten. Um Vorsorge zu treffen, haben Unternehmen bereits in der Vergangenheit mehr Jahrespraktikumsplätze angeboten, um nun aus einem größeren Bewerberpool schöpfen zu können.

Aufgrund der Nähe zur Landesgrenze haben einige Unternehmen ihre Ausbildungsangebote auch verstärkt in Nordrhein-Westfalen beworben und unter anderem ihre Kontakte zu Gymnasien im Nachbarbundesland verstärkt.

„Die regionalen Unternehmen zeigen sich insgesamt gut vorbereitet“, resümiert Eckhard Lammers, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim. „Dennoch ist eine Delle in der Ausbildungsstatistik aufgrund des verknappten Angebots an Bewerbern in diesem Jahr wahrscheinlich“, erwartet Lammers. Davon profitieren könnten neben den Absolventen von Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien insbesondere auch Studienabbrecher. Sie sollten jetzt die Chance nutzen und in das duale Ausbildungssystem wechseln. Dort stünden ihnen viele Karrierewege offen. Nach erfolgreich abgeschlossenen Fortbildungen, etwa zum Meister oder Betriebswirt, dürften künftig auch die neuen Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ geführt werden. Die IHK berät Studienzweifler dazu im Rahmen des Projektes „Neustart“.

Ansprechpartnerin bei der IHK ist Kirsten Schwake unter Telefon 0541 353-425 oder per E-Mail: schwake@osnabrueck.ihk.deZum Projekt „Neustart“ gibt es Informationen auf www.osnabrueck.ihk24.de (Nr. 4505126)

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