20.10.2021, 16:30 Uhr

IHK und Wirtschaftsverband thematisieren Fachkräftemangel

Frank Hesse (IHK), Dieter Barlage, Maria Borgmann, Ulrich Boll, Mechtild Weßling (alle Wirtschaftsverband), Uwe Goebel (IHK), Vera Butterweck-Kruse (Wirtschaftsverband) und Marco Graf (IHK) haben wichtiges Thema im Blick. Foto: Wirtschaftsverband Emsland

Frank Hesse (IHK), Dieter Barlage, Maria Borgmann, Ulrich Boll, Mechtild Weßling (alle Wirtschaftsverband), Uwe Goebel (IHK), Vera Butterweck-Kruse (Wirtschaftsverband) und Marco Graf (IHK) haben wichtiges Thema im Blick. Foto: Wirtschaftsverband Emsland

Meppen „Der wirtschaftliche Erfolg des Emslands wird an kaum einer anderen Zahl so deutlich wie am Beschäftigungswachstum. Die Kehrseite der Medaille ist, dass uns der fehlende Fachkräftenachwuchs inzwischen Sorgen bereiten muss. Die Zahl der Schulabgänger sinkt auch bei uns, gleichzeitig streben immer mehr junge Menschen an die Hochschulen außerhalb der Region. Sie stehen den Unternehmen für eine Berufsausbildung damit nicht mehr zur Verfügung.“ Dies erklärten IHK-Präsident Uwe Goebel und Ulrich Boll, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Emsland, anlässlich des turnusmäßigen Treffens der beiden Institutionen.

Jugendliche für Ausbildungsberufe begeistern

Vor diesem Hintergrund bewerteten es beide positiv, dass die Zahl der IHK-Ausbildungsverträge in diesem Jahr im Emsland im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder deutlich um rund sechs Prozent gestiegen ist. „Dafür haben wir intensiv gearbeitet“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. So habe die IHK ihre Berufsorientierungs- und Vermittlungsaktivitäten deutlich verstärkt, beispielsweise im Rahmen von Azubi-Speed-Datings, Ausbildungsmessen oder bei digitalen Formaten. Die Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbands, Mechtild Weßling, erklärte, dass der Wirtschaftsverband in Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen Ausbildungsinteressierte und Unternehmen zusammengebracht hat. Auch konnten mit einem von der EU geförderten Projekt deutschsprachige Jugendliche aus Paraguay für einen Ausbildungsbeginn im Emsland gewonnen werden.

„Den Jugendlichen stehen in der Region noch immer mehr als ausreichend viele Ausbildungsplätze zur Verfügung. Wer jetzt noch sucht, kann immer noch vermittelt werden“, betonten Goebel, Boll, Graf und Weßling. Derzeit stünden im Arbeitsamtsbezirk Nordhorn den 200 unversorgten Jugendlichen noch 1736 offene Lehrstellen gegenüber, sodass jeder Unversorgte theoretisch aus fast neun Angeboten wählen könne.

IHK und Wirtschaftsverband verabredeten, bei der Berufsorientierung weiterhin eng zusammen zu arbeiten und dabei auch neue Wege zu gehen. So werde man konsequenter als bisher auch die Eltern ansprechen, um ihnen die Chancen des Systems der beruflichen Bildung zu verdeutlichen. Hier gebe es gerade bei neu Zugewanderten nur Informationsbarrieren. Zudem soll in den Sportvereinen der Region noch stärker für die Berufsausbildung geworben werden.

Wichtigste niedersächsische Infrastrukturmaßnahme

Beide Einrichtungen wiesen zudem erneut auf die hohe Bedeutung des vierstreifigen Ausbaus der E 233 hin. „Die große Mehrheit der Menschen im Emsland will den Ausbau – es braucht nun endlich auch sichtbare Schritte“, erklärten die Vertreter. Sie drangen darauf, dass der Planfeststellungsbeschluss für Planungsabschnitt 1 von der A 31 bis zur B 70 bei Meppen jetzt so schnell wie möglich komme. Dafür wollen sich nun beide gemeinsam bei der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einsetzen.

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