11.02.2021, 15:07 Uhr

IHK-Regionalausschuss fordert beschleunigten Netzausbau

Energie aus Offshore-Windpark muss von der Nordsee ins Binnenland transportiert werden. Symbolfoto: dpa

Energie aus Offshore-Windpark muss von der Nordsee ins Binnenland transportiert werden. Symbolfoto: dpa

Grafschaft „Unsere Unternehmen brauchen nicht nur eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, sondern auch konkurrenzfähige Energiepreise. Der Ausbau der Übertragungsnetze ist deshalb auch für unsere Region so wichtig.“ Das erklärt Thomas Kolde, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landkreis Grafschaft Bentheim, bei der kürzlich durchgeführten digitalen Sitzung vor den Ausschussmitgliedern.

Die beiden neuen Netzausbauprojekte „DolWin4“ und „BorWin4“ zum Transport der Energie, die in den Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee erzeugt wird, bildeten den thematischen Schwerpunkt des Ausschusses. Eric Zieschang und Stefan Sennekamp, Projektleiter und Projektsprecher der Amprion GmbH, erläutern den aktuellen Planungsstand: „Wir planen, dass die beiden Systeme 2028 (DolWin4) und 2029 (BorWin4) in Betrieb gehen werden.“ Die Verbindung reiche von der Nordsee bis nach Hanekenfähr in Lingen. Dort befindet sich neben einer Umspannanlage das Kernkraftwerk Emsland (KKE) mit einer Leistung von etwa 1400 Megawatt, das Ende 2022 vom Netz gehen soll. Dadurch werden an diesem Netzknotenpunkt Übertragungskapazitäten frei, die künftig für den Transport der in den Offshore-Windparks erzeugten Energie genutzt werden sollen. „Beide Vorhaben können jeweils eine elektrische Leistung von 900 Megawatt übertragen. Dies entspricht dem Bedarf von 1,8 Millionen Menschen“, erklären Zieschang und Sennekamp. Anfang 2023 werde die Amprion GmbH die Planfeststellungsunterlagen einreichen. Die IHK ist Zieschang zufolge in dem Verfahren als Trägerin öffentlicher Belange eingebunden und nimmt dort die Interessen der Unternehmen wahr.

„Schon in unseren regionalpolitischen Positionen unterstützen wir den beschleunigten Ausbau kostengünstiger und technisch zuverlässiger Netze“, ergänzt Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung. Sie bietet den weiteren Dialog an und hofft langfristig auf positive Effekte für Investitionen und Arbeitsplätze in der Grafschaft Bentheim.

Weiteres Thema der Ausschusssitzung war das IHK-Qualitätszeichen „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“. Anke Schweda erklärt: „Die IHK unterstützt Kommunen mit dem Audit dabei, Strategien für Bürger und Neubürger zu entwickeln und umzusetzen, um so als Wohnort attraktiver zu werden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein positiver Impuls und Aushängeschild für die Region.“

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Regionalausschuss Landkreis Grafschaft Bentheim trifft sich dreimal jährlich. Seine Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung. Weitere Informationen erteilt Anke Schweda unter Telefon 0541 353-210 oder per E-Mail an schweda@osnabrueck.ihk.de.

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