12.06.2020, 13:29 Uhr

IHK-Exportbarometer: Exporte schrumpfen

Die IHK wirft ein erstes Schlaglicht auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und konstatiert einen deutlichen Exporteinbruch. Ein Ende der Talfahrt scheint erst mal nicht in Sicht, mit Sorge blicken Unternehmer auf die kommenden zwölf Monate.

Der Export von Wirtschaftsgütern in andere Länder ist im April deutlich eingebrochen. Foto: dpa

Der Export von Wirtschaftsgütern in andere Länder ist im April deutlich eingebrochen. Foto: dpa

Osnabrück Die Exporte der Betriebe in der Wirtschaftsregion Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim verzeichneten laut Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits zu Ende Februar – also vor Ausbruch der Corona-Krise – einen Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies ist ein Kernergebnis des aktuellen Exportbarometers der IHK Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim. „Im weiteren Jahresverlauf wird die Corona-Pandemie spürbare Auswirkungen auf die Auslandsgeschäfte der Unternehmen haben, sodass mit einem weiteren Rückgang bei den Exporten zu rechnen ist“, erläutert Frank Hesse, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs International.

Bundesweit sei im April ein Exporteinbruch von über 30 Prozent zu verzeichnen. „Für unsere Region liegen noch keine aktuellen Umsatzzahlen vor. Aber in unserer jüngsten Umfrage sind die Exporterwartungen der regionalen Unternehmen auf einen historischen Tiefstand gesunken“, so Hesse. Der Saldo sei noch unter den Wert in den Jahren der Finanzkrise 2008/2009 abgestürzt. Große Sorgen bereite den Betrieben für die kommenden zwölf Monate die geringe Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.

Beim Blick auf die Auslandsmärkte zeigt sich, dass die Unternehmen weltweit in allen Regionen von einer deutlich schlechteren Wirtschaftsentwicklung ausgehen. Besonders Europa und Nordamerika werden nach Einschätzung der Unternehmen von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen sein. Für die Märkte in Asien sind die Erwartungen nicht ganz so negativ. Insbesondere für die Wirtschaft in China sieht ein Fünftel der Unternehmen eine positive Entwicklung. Im Vergleich der Exportmärkte ist dies eines der positivsten Ergebnisse. Auch in Süd- und Mittelamerika erwartet eine große Mehrheit der Unternehmen eine schlechtere Entwicklung der Wirtschaft. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Region Afrika/Nah- und Mittelost.

Daneben bleiben die internationalen Handelshemmnisse und -konflikte weitere Risikofaktoren für die auslandsaktiven Betriebe, wie zum Beispiel die angespannten Wirtschaftsbeziehungen der USA mit China oder der Brexit. Auswirkungen gibt es auch auf die internationalen Transporte. Steigende Frachtkosten und zum Teil knappe Transportkapazitäten führen zu Problemen und werden auch mittelfristig bestehen bleiben.

Das IHK-Exportbarometer kann von der Seite www.osnabrueck.ihk24.de heruntergeladen werden.

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