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23.07.2019, 11:30 Uhr

IG Bau warnt vor „Dürre-Stress“ und massiven Schäden

Zu trocken, zu warm, zu viele Schädlinge: Ein Großteil der heimischen Nadelbäume ist nach Einschätzung der IG Bauen-Agrar-Umwelt Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim akut bedroht – mit massiven Folgen für die Forstwirtschaft in der Region.

IG Bau warnt vor „Dürre-Stress“ und massiven Schäden

Holz-Einschlag: Gerade werden viele Festmeter Nadelholz aus dem Wald geholt. Denn ein Großteil heimischer Bäume ist wegen Hitze und Trockenheit von Schädlingen befallen. Foto: IG Bau

„Nach dem Hitze-Jahr 2018 fehlt auch in diesem Sommer bislang der nötige Regen. Gerade heimische Kiefern leiden unter ,Dürre-Stress‘. Die Bäume stehen auf meist sandigen Böden und können kaum Wasservorräte sammeln“, sagt der Bezirksvorsitzende der Forst- Gewerkschaft, Friedrich Pfohl. Die aktuelle Lage sei dabei erst der Anfang. „Der heimische Wald bekommt den Klimawandel längst zu spüren. Bei Fichten, Kiefern und Tannen geht es langfristig ums Überleben“, warnt Pfohl.

Nadelbäume machen etwa 52 Prozent der 1,2 Millionen Hektar des niedersächsischen Waldes aus. Das geht aus der letzten Bundeswaldinventur hervor. „Gut jeder dritte Baum in Niedersachsen ist eine Kiefer. Sie ist besonders von der aktuellen Witterung betroffen“, so Pfohl. Ohne ausreichend Wasser könnten die Bäume kaum Harz bilden, das sie gegen die Schädlinge schütze, erklärt der Gewerkschafter. Wegen der Wärme halte sich der Waldgärtner derzeit etwa vier Generationen lang – statt wie sonst nur zwei.

Geschwächte Bäume seien zugleich anfälliger für Stürme. Nach Beobachtung der IG BAU Osnabrück- Emsland-Grafschaft Bentheim sind mittlerweile sogar junge Bäume vom Borkenkäfer betroffen, obwohl der Schädling sonst überwiegend ältere Bäume mit dicker Rinde befalle. „Die Ausfälle bei der Holzernte könnten damit in einigen Jahren massiv sein“, warnt Pfohl. Wichtig sei jetzt eine neue „Waldstrategie“, um den Forst vor dem Klimawandel zu schützen. „Wir brauchen eine breite Aufforstung mit den Baumarten, die vor Ort gedeihen. Dabei müssen private Waldbesitzer und staatliche Forsten noch stärker als bisher auf Mischwälder setzen. Eine Kiefer, die neben Buchen und Eichen steht, kommt besser mit Schädlingen zurecht“, so die Gewerkschaft.