03.06.2021, 13:30 Uhr

Hohe Beteiligung an NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“

Zur Aktion „Stunde der Gartenvögel“ waren Vogelfreunde aufgerufen, eine Stunde lang alle Gartenvögel zu notieren und dem NABU zu melden. Foto: dpa

Zur Aktion „Stunde der Gartenvögel“ waren Vogelfreunde aufgerufen, eine Stunde lang alle Gartenvögel zu notieren und dem NABU zu melden. Foto: dpa

Grafschaft/Emsland An der diesjährigen Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbundes (NABU) und des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), die vom 13. bis 16. Mai durchgeführt wurde, haben sich bundesweit mehr als 140.000 Menschen beteiligt, dabei wurden insgesamt über 3,1 Millionen Vögel gezählt – nach Angaben des NABU eine „beeindruckend hohe Teilnehmerzahl“.

Allein in Niedersachsen haben mehr als 15.500 Vogelfreunde aus über 10.500 Gärten und Parks Vogelsichtungen gemeldet. In der Grafschaft Bentheim und dem Emsland zählten über 600 Teilnehmer mehr als 15.000 Vögel. „Die Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch zeigt sich auch dieses Jahr ein hohes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür“, freut sich Hanna Clara Wiegmann, NABU-Regionalgeschäftsführerin Emsland/Grafschaft Bentheim.

Vogelbestand weitgehend stabil

Die Vogelschutzexperten des NABU haben die Rohdaten der Zählung analysiert: Bundesweit konnten pro Garten knapp 33 Vögel von 11,4 unterschiedlichen Arten entdeckt werden – deutlich mehr als im Vorjahr, in dem mit nur gut 30 Vögeln der bisher niedrigste Wert ermittelt wurde. Insgesamt erweise sich der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005 als weitgehend stabil, geht aus einer Mitteilung des NABU hervor.

Dennoch gebe es unter den 66 am häufigsten beobachteten Arten ein leichtes Übergewicht deutlich abnehmender Arten: 20 Arten mit sinkenden Beständen stehen 16 Arten mit zunehmenden und 30 Arten mit stabilen Zahlen gegenüber. Unter den größten Verlierern finden sich mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger. Mit Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, Kuckuck, Nachtigall und Klappergrasmücke sind weitere ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten dabei. Langfristig deutliche Zunahmen seien dagegen bei einigen Vegetariern zu beobachten, darunter Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer. „Nicht umsonst rufen wir regelmäßig dazu auf, den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten, damit sich Insekten dort wohlfühlen und Gartenvögel ausreichend Nahrung vorfinden“, erläutert Hanna Clara Wiegmann. Ihre Empfehlung lautet, heimische Laubgehölze zu pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anzulegen und auf Umweltgifte zu verzichten.

Sperling, Amsel und Meise auf vorderen Plätzen

Wie bereits im vergangen Jahr liegen Haussperling, Amsel und Kohlmeise auf den ersten drei Plätzen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland. Die Blaumeise belegt in beiden Landkreisen den vierten Platz. Sie konnte sich im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Art durch das Bakterium Suttonella ornithocola Verluste verzeichnen musste, wieder erholen. Der „Vogel des Jahres“, das Rotkehlchen, fliegt landes- und bundesweit auf Platz 9 und erzielt damit seine bisher beste Platzierung – in der Grafschaft schafft es das Rotkehlchen sogar auf Platz 7.

Detaillierte Ergebnisse der diesjährigen Vogelzählung sind auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar.

„Insektensommer“ nächste NABU-Aktion

Zur nächsten Mitmachaktion lädt der NABU bereits vom 4. bis 13. Juni ein. Beim „Insektensommer“ sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang sechsbeinige Krabbler zu beobachten und ihre Aufzeichnungen dem NABU mitzuteilen. Weitere Informationen zur Gemeinschaftsaktion von NABU, LBV und „naturgucker.de“ finden Interessierte auf www.insektensommer.de.

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